Woher kommt der Hate für Nintendo?

Das frage ich mich die ganze Zeit. Hier aber auch in anderen Foren. Woher dieser Hate für Nintendo? Das hat ja teilweise schon EA und Activision Niveau. Was hat Nintendo denn so richtig schlimmes gemacht, dass die Firma heute von den sogenannten „Core Gamern“ niedergemacht wird? Ich will es wirklich verstehen.

Sehen wir mal ganz objektiv drauf:

  • Sie haben ihre Hauptmarken immer wieder runderneuert und weiterentwickelt. Welche Firma kann das schon von sich behaupten?

  • Sie bringen bis heute keine unfertige Software heraus. Sämtliche Nintendo-Spiele sind polished wie sau.

  • Egal ob Hardware, Controller oder die Art wie wir spielen: Ohne Nintendo gäbe es das nicht in dieser Form. Während andere immer nur auf Power-Gedöns setzen, punktet Nintendo mit Kreativität. Natürlich war das Atari Lynx, der Game Gear oder das NeoGeo Pocket damals besser, technisch. Aber sie hatten nicht die geilen Gameboy-Spiele. Natürlich war die PSP sehr beeindruckend, beeindruckender war damals aber der DS mit seinem Touchscreen. Und so kann man das immer weiter fortsetzen. Schaut Euch den immensen Erfolg der Switch an. Wer braucht da schon PS4 Technik?

  • Auf Ebene der Branche hat Nintendo extrem viel Einfluss gehabt. Sei es das Lizenzierungsmodell oder Qualitätssicherung. Derzeit fällt Nintendo auch nicht unbedingt mit Crunch-Horrostories auf.

Also, nochmal die Frage: Woher der Hate?

Wenn du mich fragst, liegt das (und richtet sich der Hass) eher gegen die Fanboys und -girls, die (übertrieben gesagt) alles von Nintendo hochhypen, als hätte Elvis Presley ein neues Album angekündigt.

6 Like

Wegen der völligen Überhöhung durch die Fans.
Dein Posting ist gerade ein gutes Beispiel, alles wird auf Nintendo zurückgeführt, als gäbe es ohne sie seit 1883 kein geschnittenes Brot mehr. (und nur weil man aus dem extrem verschlossenen Nintendo/Japan nichts hört, existiert es nicht einfach nicht)

Es geht nicht darum, dass Nintendo nicht gute Dinge macht.
Aber sie sind nicht die einzigen die Dinge gut machen und vor allem machen sie längst nicht alles so perfekt wie getan wird.
und der “Nintendo-Bonus” ist eklatant, jedem Nintendospiel wird zugleich zugeschrieben das neue Nutella zu sein, mindestens besser als alles der nicht-Nintendo-Konkurrenz. Siehe die völlig absurd überbewerteten Nintendo-Spiele der letzten 5 Jahre. zum Beispiel ein Zelda BotW ist ein gutes Spiel, aber absolut kein perfektes und wenn jede miese Designentscheidung (Waffenzerbrechen, Kochen) zu etwas positivem umgedeutet wird oder einfach ignoriert wird, ist dies eben archetypisch für die Rezeption von Nintendo.

Und es schwingt immer die extrem nervende Nostalgie mit (wie in deinem Posting). “Nintendo hat aber doch mal, damals 19haumichfest…”. Es ist doch wurst was war, für die Rezeption ist relevant, was aktuell ist (und auch eine Switch ist kein perfektes Produkt, wie technische Probleme mit dem BT oder den Analogsticks beweisen, oder das fehlende Digikreuz, die ergonomisch fragwürdige Anordnung der Buttons, usw) und das wird zu selten für sich betrachtet.
Zudem nervt Mario, diese auf ALLES draufgepappte Nervfigur.

Kurzfassung: schuld am Nintendo-“Hate” sind die Fans, die unreflektiert über Nintendo schwärmen wie über Aprikosenmarmelade.

4 Like

Vllt. liegt es auch ein wenig daran, dass Nintendo diesen Kinder-Kaka-Style nach wie vor konsequent durchzieht (putzige Spiele, putzige Marken/ Charaktere, putzige Konsolen etc.) und damit dem (zumindest physisch) gealterten Spielerklientel immer wieder in die Parade fährt wenn es sich vom Kinder-Kaka-Image der Videospiele versucht zu distanzieren…:thinking:

1 Like

Jetzt mal ganz doof gefragt: Gibt es die wirklich? Ist vielleicht ein Bubble-Ding, dass ich das kaum wahrnehme, aber ich meine dass ich schon recht viel in Gaming-Kreisen unterwegs bin.

Mir kommt es da fast schon eher so vor, als entstünde diese Erzählung von den “Nintendo-Fanboys” eher als Rechtfertigung von Seiten der “Nintendo-Hater” (vielleicht basierend auf einer verblassenden Erinnerung an die Konsolen-Kriege der 90er).

1 Like

Ich spiele lieber Kinder-Kaka-Spiele als den x-ten Shooter mit Seriousface McGrump als Protagonist in einer braungraugrünen “realistischen” Welt. Das ist es doch, wovon man sich distanzieren sollte, weil das null komma null abbildet, was Spiele leisten können.

Davon ab kann mich aber auch kaum ein exklusives Franchise von Nintendo abholen. Bin mit dem PC aufgewachsen, das prägt natürlich auch.

2 Like

Ich selbst hatte keine “Nintendo-Kindheit”. Viele Spiele habe ich erst später nachgeholt oder als Erwachsener gespielt, als sie raus kamen. Vielen finde ich super, vieles richtig richtig toll, aber diese permanente Überhöhung nervt mich - zudem halte ich vieles auch für belanglos, langweilig, stromlinienförmig. Ich hasse Nintendo keineswegs, aber ich selbst werde dauernd Hate konfrontiert, wenn ich dieses oder jeden Nintendo-Spiel auf kein Podest heben möchte.

Wenn ich mit Nintendo-Fans diskutiere ist das Muster fast immer das selbe: Alle hatten sie eine Nintendo-Konsole als Kind zu Hause, bei allen ist haben sich diese Erfahrungen tief in die eigene Spieler-Biografie eingebrannt. Kritik an Nintendo wirkt dann oft wie Kritik an ihnen selbst, das macht sachliche Diskussionen schwierig.

Nintendo als Firma wiederum finde ich ungemein beeindruckend. Ich liebe auch Nintendo Hardware, ich liebe meine Switch. Ich liebe ihre permanente Suche nach dem blauen Ozean und wie sie es immer schaffen, herausragende, oder zumindest interessante Produkte rauszuhauen. Aber ihre Spiele, also vor allem Zelda und Mario, da verstehe ich einfach nicht, warum die so quasireligiös verehrt werden.

7 Like

Nein, das kann ich, zumindest bei mir, vollständig ausschliessen.
Ich habe zuletzt 20std SlimeRangers gespielt :grin:
(Und direkt davor Gears of War 1 und 4)

Wo bleiben eigentlich die BotW Ultras gerade?
Es wird mal wieder Zeit für eine “revolutionäre Spielerfahrung”!

Nintendo macht eben öfter Spiele, die einen etwas anderen Ansatz haben. Das ist entweder gepolished wie die Angst oder eine originelle Idee wird konsequenter umgesetzt als sonst.
Nicht jedes Nintendo Spiel ist geil, aber gerade die Mario und Zelda Serie haben so viele originelle Ansätze und Ideen, dass die Spielerfahrung oft besonderer ist und weniger beliebig erscheint.
Ist der BotW Waffenverschließ nervig? ja. zwingt er dich, jede waffe mal zu benutzen? auch ja. Wäre ein Mittelweg besser gewesen? ganz bestimmt. Trotz dieser mängel hat mir BotW eine Spielerfahrung gegeben, die ich vorher nicht hatte und danach auch nicht mehr bekam. Und ich fand alle vorab gezeigten gameplay schnipsel unfassbar lame.

Diese anscheinende Sorgfalt führt unter anderem zu abstrusen Irrwegen wie dem Scherbenhaufen Switch (almost)online. Aber gleichzeitig gibt es eben diese herausragenden Spiele und auch Marion64 war eben so eins. Gab es einen 3D Plattformer der mehr on point war und 3D sinnvoller genutzt hat als Marion? Nein und genau deswegen war das so geil.
Nur weil jemand auch nintendo konsolen als Kind zu hause hatte, kann man ihm/ihr aber ja nicht die differenzierte Sicht auf Nintendo Spiele absprechen. Ich habe woanders schonmal geschrieben, dass man eben über die geilen Spiele redet und nicht über die schlechten. Keiner (wirklich KEINER) redet über das letzte Kirby. Warum? Weils langweilig ist. Next, braucht kaum jemand. Das schlechte Spiel schließt das herausragende aus dem gleichen Hause aber ja nicht aus.

1 Like

Ich hatte ja auch ne Nintendo-Kindheit. Damals nach dem Fall des eisernen Vorhangs nen NES bekommen (1991 oder so), später dann nen SNES, ab 1995 dann noch nen PC dazu. Bei Schulkumpels dazu immer mal wieder SEGA gezockt. Was mich in meiner frühkindlichen Spielerbiografie nachhaltig traumatisierte, waren diese Heimcomputer-Kids, die ständig meinten „Ist ja nur was für Babys und Kleinkinder“. Ich kann es bis heute nicht verstehen. Warum ist in Deutschland alles was irgendwie in die Cartoon-Ecke geht als „Kinderkram“ verschrien? Das Posting von @mrblack ist das ein Paradebeispiel. Spielt mal was aus der Phoenix Wright oder Professor Layton Reihe, das ist nichts für Kinder.

Es bestreitet ja niemand, dass nicht alle Nintendo-Spiele geil sind. Wann kam das letzte geile Mario Tennis? 2003 für den GBA? Seitdem waren alle Teile der Reihe liebloser Mist. Genauso wie Mario Party, die Spiele haben schon lange nicht mehr den Glanz wie zu N64 Zeiten. Du wirst keinen Nintendo-Fan finden, der das ernsthaft bestreitet. Auch Kirby ist bei vielen Fans nicht so beliebt, genauso wenig wie die Yoshi-Reihe. Die richten sich tatsächlich ja auch an kleine Kinder. Ich bin halt nicht die Zielgruppe, also warum das großartig thematisieren? Das finde ich übrigens so toll als jemand, der im Freundeskreis viel mit Kindern zu tun hat. Finde mal für nen 6, 7 oder 8 Jährigen im heutigen Spielemarkt geeignete Spiele. Entweder zu schwer, entweder zu kompliziert, entweder zu brutal. Da finde ich doch toll, dass Nintendo nicht nur Astral Chain oder Fire Emblem im Angebot hat, sondern auch leichtere Spiele für Kinder wie Kirby oder Yoshi. Für uns bleibt dann ja wiederum Donkey Kong und andere Titel.

Klar gibt es da draußen Hardcore-Fans. Aber die gibt es überall. Versuch mal mit nem gestandenen Black Metaller sachlich über das Genre zu diskutieren… :wink: Und auf der anderen Seite ist doch auch cool, dass es Menschen gibt, die sich noch aufrichtig für etwas leidenschaftlich begeistern können. Muss ja nicht jeder mit Zynismus durchs Leben gehen. Ich war letztens bei uns bei nem Mario Kart 8 Turnier. 40 Nintendo-Fans von 14 bis Ende 40 auf einen Haufen. Soviel Spaß hatte ich selbst nicht auf LAN-Partys Anfang der 2000er.

1 Like

Na ja, dann ist unsere Wahrnehmung da wohl sehr unterschiedlich.

Ich hab „PL und die Maske der Wunder“ für den 3DS.

Gut, man kann jetzt argumentieren, dass die Rätsel für (kleine) Kinder zu schwer sind, aber vom Aufbau der Charaktere und dem ganzen Look richtet sich das eindeutig an eine jüngere Zielgruppe. Das hat auch nicht wirklich damit zu tun, dass es sich hier um Anime handelt, vergleiche PL mal mit so was wie „Erased“ oder „Your Name“ (um mal was gehaltvolleres als die typischen Gore/Ecchi „Erwachsenenunterhaltung zu nennen.)

Daran ist per se ja auch nichts schlimm, es ist nicht unbedingt mein Geschmack, aber wie man im Rheinland sagt: „Jeder Jeck is anders“.

Ich hab selber Nintendo Konsolen und die Switch wird geholt, sobald sie noch nen Ticken günstiger wird, aber generell bin ich bei Goschi und Zoidberg.

Dieses völlige Überhöhen guter oder auch sehr guter Titel kenne ich nicht nur, aber hauptsächlich von Nintendo Fans.

Das zweitüberschätzteste Spiel aller Zeiten ist da ein schönes Beispiel: BotW ist IM LEBEN keine 97! 87, geschenkt! Ich kann auch verstehen, dass Leute andere Schwerpunkte setzen als ich und dann ne 90 oder 92 drunterschreiben, aber 97? Trotz aller objektiven Schwächen? Pffft!

Dazu dann die entsprechende Berichtserstattung. Nintendo revolutioniert das Open-World-Genre! Bitch, please! Ne Nummer kleiner geht’s nicht?

Ich geh einen weiter: Ich hab BotW nur mal einen Nachmittag bei nem Kumpel gespielt, aber bei dem, was ich da gesehen habe, sage ich:

FÜR MICH ist BotW schlechter als AC: Odyssey! Das mag nicht „revolutionär“ sein, aber das was sie machen, machen sie perfekt.

Ist natürlich doof, weil man dann nicht aus dem Elfenbeinturm über die „Ubisoft-Formel“ abhipstern kann, aber mei, das wird ich überleben. :wink:

2 Like

Seit wann machen Nintendo Fans denn den Metascore? Wenn Du mal in Nintendo Communities reingehst, wirst Du über BotW ein sehr viel differenzierteres Bild vorfinden. Angefangen bei Leuten, für die das tatsächlich das erste große Open World Spiel darstellt über Menschen, die es Nintendo bitter böse nehmen, dass sie von der gewohnten Zelda-Formel abgekehrt sind bis hin zu Leuten, die es einfach okay und gut finden. Oder auch Leute, denen Zelda schon immer egal war. Was hat der Metascore damit zu tun?

Was richtig ist, dass die Berichterstattung überhöht ist. Aber das ist doch überall so, guck Dir dir Hypes bei einer Gamestar an! Man liegt häufig den Irrglauben auf, dass man Nintendo-Spiele abfeiern muss um ja kein Shitstorm zu ernten. Dabei ist sowas noch nie passiert. Es ist eine Art Mythos, dass Nintendo-Fans beinharte Hardcore-Fans wären. Oder das sie eine gleichgeschaltete Masse wären. Eher konsumieren sie entsprechende Berichterstattung garnicht. Begegnet mir immer wieder. Beispielsweise das oben erwähnte Mario Kart 8 Turnier. Die meisten Leute die ich da kennengelernt habe hören keine Podcasts, lesen keine Homepages über das Thema und gucken auch kaum Videos. Die sind mit dem Nintendo-eigenen Angebot auf der Switch im Neuigkeiten-Feed zufrieden. Und ja, da macht Nintendo tatsächlich auch nen guten Job die Neuerscheinungen (auch die von Indies) wöchentlich zusammenzukehren, ohne das Du sinnlos vollgespamt wirst.

Ok, das war glaub ich etwas mißverständlich ausgedrückt, worauf ich mit dem Metascore Argument raus wollte ist, dass die Nintendo-fans da in den Redaktionen sitzen.

Dass das in den Nintendospezifischen anders ist, glaub ich Dir. Das bekomme ich aber nicht mit.
Was ich mitbekomme ist die Presse und die Missionierer. Ich bin nur hier und im “ThePod” Forum unterwegs und da ist Fallhöhe zwischen Nintendo-Darstellung und Nintendo-Wirklichkeit gefühlt halt deutlich höher als bei anderen Herstellern. Nicht so schlimm wie Appleianer, aber geht durchaus in die Richtung :wink:

1 Like

Entschuldigt bitte die Unterbrechung, aber weil ja hier gerade offenbar Leute vom Fach anwesend sind: Ich möchte am Wochenende etwas spielen um, mich von meinem 1984-Waterloo zu erholen. Ich erwäge Mario + Rabbits zu erwerben. Das scheint mit ein solides, entspannendes, podcastfähiges Rundenstrategie-Spiel zu sein. Machen?

1 Like

Oder etwas länger: Erwarte kein X-Com.Ist relativ einfach, aber auch sehr kreativ. So zum entspannen während man Podcasts hört tatsächlich sehr nice.

1 Like

Das ist schon sehr nett, allerdings ist der Schwierigkeitsgrad eher niedrig und wenn du die rabbids jetzt schon hasst wird es nicht besser.
Ich fands aber echt gut.

2 Like

Disclaimer: Hab ich mangels Switch noch nicht gespielt, aber nach allem was ich gehört und gelesen habe ist das ein seichteres X-COM 2 ohne die „Oberwelt“.

Da es in dem Bereich auch nur sehr wenig Konkurrenz gibt (und ich Mutant Year Zero sehr sehr mau fand), macht man da wahrscheinlich nichts falsch.

That being said:

  • Werbung *

Ich bin grade schwer in Dragon Quest Builders 2 verschossen, das ist um Längen besser als der Vorgänger.

Zum Entspannen kann ich mir kaum was Besseres vorstellen, wenn „Minecraft mit Story“ etwas ist, was Dich reizen könnte, dieses Spiel ist bis jetzt bei mir eindeutiger Favorit fürs „Spiel des Jahres“.

Hat mit Dragon Quest Design von Akira Toriyama sogar dem typischen „Nintendo-Look“ und gefällt mir trotzdem. (SCNR) :wink:

  • Werbung Ende *
1 Like

Mehr Gehype nebenan:
https://forum.gamespodcast.de/viewtopic.php?f=3&t=5034

1 Like

Auch.

Dieser Beitrag muss 273636 Auchs enthalten.

An alle Nintendo-Fans! Wählt das Jahr 1984, in dem Nintendo, Hand in Hand mit den Heimcomputern, ein spielerisches und spielbares Fundament legte, auf dem auch heute noch gespielt wird, das zudem aus westlicher Perspektive einen ludischen Blick hinter den eisernen Vorhang ermöglichte, mit digitalen Werkzeugen die Risse im selbigen vergrößerte und somit das weltverbindende Spielejahr ist, von dem 1996 viel hätte lernen können.

tenor

2 Like