Wer hat den Gürtel? Juni 2020

so wirklich gewaltlose Spiele fallen mir jetzt wenig bis garkeine ein, die auch sowas wie mechanik anbieten.
Am ehesten noch die Sportspiele
es hat mal einer Skyrim durchgespielt als Mönch, der entweder nur davongerannt ist, oder seine Gegner besänftigte.
Nur gab es im Spiel 1-2 Stellen, wo das nicht möglich war, da man für den Fortschritt jemanden töten muss.
Ansonsten haben ja sogar Liebspiele wie Stardew Valley ihren Gewaltanteil.

Deus Ex konnte man glaube ich ohne Gewalt durchspielen.

Dishonored konnte man auch komplett ohne tödliche Gewalt lösen, bis auf die „Bosse“ sogar ganz ohne Gewalt mit 100% Stealth

Ausserdem Spiele wie Subnautica (okay… man muss Fische essen), Minecraft geht auch ohne Gewalt, selbst im Survival, Abzû war komplett gewaltfrei, Ghost of a Tale war ein Abenteuer-Spiel (mit einer wahnsinnig süssen Maus als Hauptfigur), das komplett gewaltfrei war, No Man’s Sky kann man ebenfalls ohne Gewalt spielen.

Ja, das will ich diesem Spiel im speziellen jetzt auch nicht vorwerfen, Gewalt, oder die Spirale derselben ist ja das zentrale Thema. Es war mehr ein Gedankenspiel. Obwohl ich in manchen Schlüsselszenen schon gedacht habe: Ellie, Mensch, das hättest du doch jetzt eleganter und vielleicht friedlicher lösen können. Du bist so überlegen, dann kannst du doch zwischendurch mal jemanden entwaffnen und verschonen statt ihr/ihm gleich das Messer in den Hals zu stechen. Der Gewaltgrad verliert einfach schnell seine Schockwirkung wenn man dem x-ten Gegner an die Gurgel gegangen ist.

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Wir leben jetzt ja auch nicht in einer wirklich gewaltfreien Welt, selbst in Deutschland nicht. Und damit meine ich nicht wirklich tatsächlich physische Auseinandersetzungen, die in den meisten Fällen zur Seltenheit gehören, sondern eher als Erfahrung sozialer Ungerechtigkeit, Armut und Elend. Sowas lässt sich aber viel schwerer vermitteln und Videospiele können im Gegensatz zum Film hier durch Interaktion auch nur wenig dazugewonnen um die Erfahrung glaubhafter oder immersiver zu machen. Sich in Videospielen zu betrinken um eine Alkoholabhängigkeit zu vermitteln ist glaube ich kaum möglich, dagen wirkt Gewalt in gewissem Maße schon über die Interaktion würde ich sagen (Abstufungseffekte mal abgesehen) und kann so eher etwas erfahrbar machen. Problem ist hier immer der Anspruch von Spielen, gerade denen die sich gut verkaufen müssen, Spaß sein zu müssen und eigentlich sollte in einer Welt wie TOU wenig wirklich Spaß machen.

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Nein.

Ohne jemanden zu töten, großtenteils.
IIRC musste man die eine Frau in Hong Kong umbringen, weil es sonst nicht weiterging.
Und Deine zwei Kumpane von UNatCo (Gunther und Anna) explodieren, wenn man Sie bewußtlos schlägt.
Ist also auch nicht das, was ich als gewaltfrei bezeichnen würde. :slight_smile:

Ja also… ja aber die alternativen zu die Ziele umbringen sind oft eher schlimmer.

Deus Ex: Nun, jmd einen Betäubungspfeil in den Nacken zu schießen, bewusstlos schlagen etc. ist zwar kein töten, aber ganz gewaltfrei geht das afaik auch nicht? Hab zwar alle auf „pazifistisch“ gespielt, aber bin mir nicht mehr sicher, ob das komplett ohne jegliche Gewalteinwirkung ging? Beim aktuellsten gab es ja den Scheiß mit den Bossen, die musste man bekämpfen.

Ich glaub, man muss auch deutlich unterscheiden zwischen „Ich wende Gewalt an“ und „Ich zeige Gewalt auf brutalstmöglichste Art“. Ich für meinen Teil hab gar nichts dagegen, in Spielen Gewalt anzuwenden. Für Schleichspiele bin ich zum Beispiel zu faul und baller mich da lieber durch. Aber ich bin einfach sehr müde für Gewaltorgien, die sich immer weiter nach oben schrauben. Da erreichen wir auch einen Grad an Realismus, der rein spielmechanisch gar nicht nötig gewesen wäre. So was wie The Last of Us würde ich einfach gern in der FSK-16-Version spielen, das reicht mir.

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ich finde diese extrem zelebrierte, realistische und brutale Gewalt auch extrem abstossend und ermüdend
Wenn man sieht und hört, wie jemand langsam ausblutet, dann noch röchelnd und zuckend am Boden liegt, das ist einfach zu viel, das hat dann etwas von Abstumpfung durch Enthauptungsvideos.

Schon um 2013 rum, als auf der Bows&Helicopters E3 der Trend gross war, dass jedes Spiel extrem brutale nahkampffinisher haben musste mit Erwürgen, erstechen, erschlagen, usw (mir fallen Tomb Raider, Splinter Cell, Call of Duty und andere ein, die das damals präsentierten) fand ich das zum kotzen.
Artifizielle Gewalt gehört halt in Videospielen dazu, das ist ja okay, aber wieso dieses Verlangen, das möglichst grausam und so zelebriert zu präsentieren?
und nein, einen „Effekt“ im Sinne „diese Gewalt soll de Spieler eben schockieren“ entsteht nicht, das erste was man auf Twitch dazu findet ist gröhlen und feiern, dass der nächste rumzappelt und allen anderen ist es nach dreien egal. Man hat einfach nur dem Effekt wegen völlig unnötig die Spirale weitergedreht auf ein Niveau, das ich nicht mehr verteidigen will als Gamer.

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yes! (20,000 Zeichen).

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vor dem Hintergrund ist auch Hitman pazifistisch
man legt die Leute ja nur schlafen

Naja betäuben per Pfeil ist zwar vielleicht nicht nett, aber weitestgehend Gewaltfrei. Das ist ja wie die Spritze vom Arzt.

Ich glaube Anna kann man ohne Gewalt besiegen oder weglaufen oder so…

ach komm jetzt, nur weil man sie mit herausgeschnittener Zunge in die tiefen einer Mine schmeisst!

Bei der Szene im Flugzeug ja, aber dann taucht sie später noch mal auf.
Und wenn man sich da von ihr erschießen lässt (oder, wie ich, den Kampf nicht schafft) kommt es hinterher noch zu einer dritten Konfrontation, der man nicht aus dem Weg gehen kann. (man kann sie nur im Dialog vorher „deaktivieren“ --> Bumm, oder dann im Kampf bewußtlos schlagen --> auch Bumm :slight_smile: )

Ich würde die Darstellung von Gewalt in Videospielen als Abschreckung in ihrer Wirkung auch stark anzweifeln. So richtig nachvollziehen kann ich es aber eher über den Film. Wenn man sich z.B. Antikriegsfilme anschaut habe mich immer eher die bewegt, die hinter die Kulissen geschaut haben, also den Schrecken hinter all der Gewalt und nicht Filme mit den tollsten und explizitesten Schlachten. Ganz „großartig“ sind meines Erachtens Filme wie die letzten Glühwürmchen oder Unter dem Sand…

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ja, im dialog ist doch gut :slight_smile:

Ich sehe keinen großen Unterschied darin, ihr per Killswitch das Gehirn zu rösten, oder ihr ganz banal in den Kopf zu schießen. :wink:

Da fällt mir auch gerade wieder ein, dass Gunther zwar ein ungewöhnliches Passwort (Laputan machine) hatte, dass in einer normalen Unterhaltung wohl eher nicht auftaucht, aber das von Anna war Flatlander.

Das ist jetzt auch nicht super gebräuchlich, aber ich könnte mir zumindest vorstellen, dass das in einer normalen Unterhaltung vorkommt und schwupps, hab ich zig Todesfälle in der Cafeteria.

Also eine ISO Zertifizierung kriegt die IT bei UNatCo von mir nicht!

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Ehrlich gesagt finde ich die freispielbaren oder per Lootbox gekauften Finisher die „lustige Posen zeigen sollen“ in sowas wie Apex wesendlich verwerflicher, wo der bereits besiegte Gegner flehend auf den Charakter zu kriecht und man ihn mit dem Enterhaken in sein Messer zieht. Da geht es um demütigung in The Last of Us wird einfach genau das gezeigt was da passiert. Da wird jemand erwürgt oder die Kehle aufgeschlitzt, weil es (kein Arzt, kein Serienkiller) die effektivste Art ist jemanden lautlos auszuschalten.
Gewalt ist in der Welt von the Last of Us einfach allgegenwertig und genau so gehen die Menschen damit auch um. Es gibt auch im Lager eine Szene wo gezeigt wird, wie Aggressives Verhalten innerhalb der Gemeinschaft gehandhabt wird und das spiegelt das genaue gegenteil wieder. Da steckt extrem viel drin.
Ich persönlich hätte aber auch gerne viel weniger Menschliche Gegner gehabt und wenn, dann hätte ich sie auch wesentich lieber umgangen, was ich von meinen Skills aber leider nicht immer im normalen Spiel hin bekommen habe. Es gibt aber auch einen Abschnitt im fortgeschrittenem Spiel, wo ich mich strickt gegen Gewalt entschieden habe und tatsächlich schlicht geschlichen bzw. die Flucht ergriffen habe und das mit der Flucht war ein erstaunlich probates Mittel, weil man zwar mehr heilen musste, aber halt keine Kugel ect. „verschwendet“ hat. Dürfte auf den höheren Schwierigkeitsgraden auch wieder eher schwierig werden befürchte ich.

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Kann die Folge zwar erst heute Abend hören, aber ich freue mich drauf. Habe jezt knapp 25 Stunden bei TLOU2 auf der Uhr. Da ich keine Gelegenheit zum Looten auslasse, dürfte es wohl noch etwas dauern, bis ich das Ende sehe. Ich habe zwar definitiv Kritikpunkte (u.a. das Pacing), in meinem Fall überwiegt allerdings das Positive. (mal gucken, wie das Ende mein Gesamturteil beeinflusst) Mein Gürtelträger für den Juni 2020 ist TLOU2 allemal. Außerdem habe ich dank diesem Spiel seit über 20 Jahren wieder einen Ohrwurm vom „Schunder-Song“. Vermutlich war es das Stichwort „Gewalt erzeugt Gegengewalt“, das mich in meine Teeny-Zeit zurückgeführt hat. Mit diesem charmanten Song im Ohr lassen sich auch die richtig unangehmen Szenen in TLOU2 etwas besser ertragen. :wink:

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