Viertelfinale: Journey vs. Spec Ops: The Line

Ich habe Journey erst vor ein paar Tagen gespielt und fand es trotz wirklich hoher Erwartungen absolut fantastisch. Der ausschlaggebende Aspekt war dabei in der Tat der Multiplayer, etwas in dieser Art habe ich noch nie erlebt und lässt sich eigentlich nur mit dem Wort “magisch” umschreiben.

“Der Weg ist das Ziel” ist dabei die perfekte Umschreibung für dieses Spiel. Letzten Endes stellt Journey ja nichts weiter als das Leben an sich da mit dem Tod am Ende des Weges. Und diesen Weg zusammen mit dieser fremden Person zu bestreiten, sich dabei gegenseitig zu helfen, aufeinander zu warten, wenn der eine mal sehr lange braucht, um gegen den Wind anzukommen (sorry), zwischendurch leichte Panik zu bekommen, weil man denkt der andere wäre ausgestiegen und dann die Erleichterung als ich ihn doch wieder erblickt habe und am Ende dann keine Kraft mehr zu haben und den anderen gehen lassen zu müssen und sich nicht einmal mehr verabschieden zu können, ja, das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle komprimiert in zwei Stunden.

Zugegebenermaßen kann das Spiel diesen Effekt aber nur mit einem Mitspieler haben und wohl auch nur mit einem, der die ganze Zeit über dabei ist (und sich dabei nicht wie ein Vollpfosten verhält). Aber dass Journey diese Basis dazu bietet, kann man dem Spiel eigentlich gar nicht hoch genug anrechnen. Und das trifft 2019 noch genauso zu wie Anno 2012.

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Ich hab Journey nur einmal gespielt, spätabends und wie ich dachte ungestört und in aller Ruhe. Bin auch vollkommen drin versunken - bis zu dem Punkt wo meine damals einjährige Tochter aufwachte und mich schreiend aus dem Spiel riß. 45 Minuten später war der Mitspieler natürlich längst weg (mich sicher für einen Vollhorst haltend) und die ganze Magie vollends verpufft. Kann Journey natürlich nix für, aber Spiele ohne Pausetaste sind einfach nicht kleinkinderkompatibel.

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Tatsächlich war Christian Schiffers Killerspiel-Doku vor einigen Jahren der entscheidende Impuls, endlich mal Spec Ops: The Line nachzuholen. Auch wenn ich Christian Alts Kritik (Stichwort Antikriegsspiel/Antikriegsfilm) eigentlich teile, liebe ich Spec Ops: The Line viel zu sehr, um ihm eine Stimme als “überschätztestes Spiel” zu geben. Außerdem würde ich mich fühlen wie Brutus. Immerhin habe ich Christian Schiffer überhaupt erst zu verdanken, dass ich dieses wunderbare Machwerk gespielt habe. Glücklicherweise haben wir es mit Journey als Gegner zu tun. Ich habe es damals auf der PS3 gespielt und fand es nett. Ein bisschen wie Panflötenmusik. Manche Leute können entspannen, ich werde unruhig. Außerdem habe ich davor auf der PS3 Max Payne 3 gespielt und dachte mir immer wieder: “Ich verstehe jetzt nicht, warum alle wegen Journey so ausflippen. Ist auf jeden Fall nett, aber Max Payne 3 war irgendwie geiler!” Insofern muss ich gar nicht weiter drumrumreden: Meine Stimme geht an Journey!

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Ganz klar macht hier Journey das Rennen.
Schon allein weil Spec Ops weniger überschätzt als vielmehr als von der Kritik verklärt bezeichnet werden muss. Dass ein billiger „ohgott ich spiele einen Kriegsverbrecher wegen ziviler Opfer und so1!1!“- Plot-Twist von der Fachpresse derart bedeutungsschwer überladen wurde, offenbart vor allem, dass es wohl einen durchaus größeren Bedarf an tiefgründiger, anspruchsvollen Computerspielunterhaltung gibt der bisher noch weitestgehend brach liegen gelassen wird.

Des Weiteren sehe ich Journey nicht nur als das überschätztere, sondern, als ein Vertreter der X-Box People, auch als das arrogantere spiel. Erscheint exklusiv auf der PS und dann Jahre später auf dem PC, als Epic exklusiv Titel! Gehts noch??

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3424fr

Ich muss ja zugeben das ich Journey ohne Tests und Meinungen gespielt habe, glaube über PS+ und ich erst mal nicht gerafft habe das der Mitspieler dort ein Mensch ist :smiley:

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Dark Souls hat das was Journey mit seinem Multiplayer macht übrigens schon etliche Jahre zuvor gemacht. In Demons Souls/Dark Souls kommuniziert man nämlich ebenfalls nur nonverbal mit Gesten zu anderen Mitspielern und entwickelt so eine ganz andere Bindung.
Würde mich nicht wundern wenn die Journey-Entwickler direkt als sie Dark Souls gespielt haben mit der Entwicklung von Journey angefangen haben…

Diesmal eine Enthaltung. Weil Journey ohne Multiplayer? Kann bitte jemand ein Bud Spencer Giff Bastel, wo er Sebastian Schiffer links und rechts und zum Schluss eine auf den Kopf gibt? Anders lässt sich das leider nicht kommentieren.
Dagegen Spec Ops was mit einer 76 quasi die schlechteste Bewertung bekommen hat, die Shooter in den 2010ern überhaupt bekommen konnten, so sie denn zumindest mechanisch funktionierten.
Schwache Staffel, vermutlich auch schwaches Thema.

Dafür sollte dich Bud Spencer direkt mit verhauen :smiley:

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Happy Birthday, Spec Ops: The Line!

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Dafür sollte dich Bud Spencer direkt mit verhauen :smiley:

*Chuck Spencer

Naja, “etliche Jahre” … Dark Souls ist ein Jahr vor Journey erschienen, und wenn ich mir die genauen Daten so ansehe, eher ein halbes Jahr. Ich denke, die können schon unabhängig voneinander entstanden sein. Der Vergleich drängt sich natürlich auf, aber ich denke, es sind schon zwei grundverschiedene Arten von “indirektem” Multiplayer. Journey stellt ja eine ganz andere Beziehung zwischen den Spielern her als Dark Souls, und in letzterem gibt es auch noch die Nachrichten, die man anderen Spielern hinterlassen kann, die Phantome und (wenn ich mich richtig erinnere) hören andere Spieler in ihrem Spiel die Glocke, wenn man sie läutet. Grundverschieden, aber beides spannend.

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Demons Souls allerdings 3 Jahre (2009)

Seien wir mal ehrlich, Spec Ops: The Line ist einfach nur eine billige Kopie von Dark Souls: Das Spiel ist eigentlich nicht sonderlich gut, aber alle bleiben für die deprimierende Story dabei.

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Die Entscheidung würde mir viel leichter fallen, wenn tatsächlich mal überschätzte Spiele zur Wahl stünden. :thinking:

Das mit dem Multiplayer war mir zunächst aber auch nicht klar. Dementsprechend kann ich mich auch nicht daran erinnern, Journey im Multiplayer gespielt zu haben. Vielleicht habe ich es verdrängt und/oder ich war damals in Gedanken noch zu stark mit Max Payne 3 beschäftigt. Es ist lange her. Andererseits würde ich bei Uncharted auch nicht darauf kommen, den Multiplayer-Modus auszuprobieren. Wenn der Single-Player-Modus von Journey nur Fassade ist, handelt es sich eigentlich ohnehin nur um ein besseres Star-Wars-Battlefront für Artezuschauer. Nur halt ohne Lootboxen, ohne Star Wars und ohne Geballer. Wobei Journey mit Geballer wahrscheinlich mehr Spaß gemacht hätte. Vielleicht gibt es irgendwann ja mal eine Neuinterpretation à la Journey of Doom, Journey to Hell oder so. :grinning::grinning:

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