Uncharted gegen den Rest der Welt

Ich hätte auch ne „geile Scheiße“ im Angebot… Hätte mir noch einer vor ein paar Wochen gesagt, dass ich das mal hier nennen würde, hätte ich demjenigen den Vogel gezeigt. Fast habe ich auch das Gefühl, mich dafür schon vorab entschuldigen zu müssen… Es ist fast so ein bisschen, als wenn ich bei der Frage nach Lieblingsfilm mit „Pacific Rim“ antworten würde… Genug der einleitenden Worte: Die richtig geile Scheiße, die vielleicht bislang wirklich jemand verpasst haben könnte (ich hatte das ja auch geschafft!) ist - Uncharted 4!

Heilige Scheiße, ist das geil! Ich muss mich gleich nochmal rechtfertigen: Ich bin eigentlich reiner PC-Spieler und habe mein ganzes Leben voller Verachtung auf solch triviales AAA-Sony-Exklusiv-Blockbuster-Gedöns geschaut. Sowas spiele ich doch nicht! Also bitte! Da kann ich ja gleich Tranformers angucken! Mein Herz schlägt für Höheres… kunstscheißige Indiespiele zum Beispiel. Selbst der dritte Witcher ist mir zu glatt und mainstreamig geworden. Tja… und jetzt das!

Ein Monat PS-Now im Abo war der Auslöser. Kannste nochmal probieren, dachte ich mir. Ein paar PS4-Spiele streamen, das soll funktionieren, und es gibt „God of War“ zum zocken - und das alles für zehn Euro, ohne Playstation kauf. Den Kratos-Scheiß hab ich dann probiert, und es war nicht meines… Aber Uncharted 4: Heilige Scheiße! Geil geil geil! Ich kann es echt nicht fassen, wie ich das schreiben kann, aber mein Gott, war das gut! Wie ein prächtiger Indiana Jones-Film mit mächtig Überlänge. Klar nerven die Kämpfe ein bisschen, klar könnte das ein oder andere gestrafft sein: Aber das große Ganze ist völlig irre! Die Story Unterhält wunderbar und weckt so viele Erinnerungen an alte Zeiten, wo man Piraten noch faszinierend fand. Und das Art-Design und World-Building der „verborgenen Stadt“ am Ende ist ja wohl wirklich das absolut allergeilste, was je in ein Spiel gepackt wurde! Das ist fast geiler als Rapture aus Bioshock! Heilige Scheiße, ist das geiler Scheiß! Ich konnte es gar nicht fassen, so phantastisch und stimmig ist das alles gestaltet. Ich wüsste keinen Abenteuerfilm, der das vergleichsweise großartig rüberbringt. Da merkt man erst, was das Medium Spiel alles leisten kann!

Kurzer Rede, langer Sinn: Wer Uncharted 4 nicht kennt, sollte es sich unbedingt mal anschauen! Ich bin absolut geflasht - und das hatte ich wirklich nicht erwartet!

3 Like

Uncharted 4 ist so… ok. Für jemanden, der keine PS4-Exklusives kennt, vielleicht mehr als das.

Im Ernst: ich mochte es auch. Die drei Teile davor kann man in die Tonne treten. Dumme Story, repetitives Gameplay, Stumpf und fad. Aber Teil 4 erzählt die Geschichte gut und hat tolles Pacing. Solides Blockbusterfeuerwerk, aber für mich nicht mehr. God of War ist da ne ganz andere Liga.

1 Like

Sakrileg! Uncharted 2 und 3 müssen sich vorm vierten echt nicht verstecken.
God of war hatte durchaus schwerere Zeiten. God of War: Ascension war zb nicht gut.

Fand UC 4 schlechter als 2 und 3. Vllt. aber auch einfach zuviel des Gleichen. God of War war mein GOTY 2018, finfe das extrem gut.

Um mal den Bezug zum Süßigkeitenthread herzustellen: Uncharted ist wahrscheinlich die Marabou-Schokolade unter den Spielen. Geht gut runter, lockt mit all seiner schmadderigen Vielfalt an neuen Sonderkreationen, ist aber auf Dauer viel, viel zu süß. Uncharted 2 und 4 waren aber geil, das muß ich eingestehen.
Ich fand Uncharted 1 besser als Teil 3 - klar, bei der achten Gegnerwelle am selben Ort war ich auch kurz davor die PS3 mit dem Vorschlaghammer zu bearbeiten und die Disc als Wurfgeschoß zu mißbrauchen. Aber 2007 war das super und außerdem hatte es - wichtig - Nazis und Uboote! Alles was ein anständiges Abenteuer braucht.
God of War vor God of War 2018 ist dagegen sadistische Verstümmelungsscheiße mit Bumseinlagen. Ich habe nie verstanden, was daran so geil ist Göttern und Gorgonen einzeln die Augen auszudrücken, sie in langezogenen Quick-Time-Events minutenlang zu quälen und nach allen Regeln der Kunst minutiös zu verstümmeln. Kranke Spielereihe.

3 Like

eigentlich war das dumme Schiesszeugs in uncharted schon bei Release scheisse und nie gut
In uncharted 1 war es SEHR schlecht (wieviele erschiesst man gleich zu Anfang auf dem Boot?), mieses gunplay/Aiming und einfach nervig schlecht.
Uncharted 2 war da besser, hatte auch etwas weniger, aber das ganze Geschiesse war immer noch nicht gut
Uncharted 3 war es dann langsam nicht mehr scheisse, dafür dachten sie dann gleich „yeah, noch drölfzig Gegner mehr, HA!!“
#4 habe ich nie gespielt, daher keine Ahnung.

Uncharted war aber einfach immer super inszeniert und die Charaktere extrem sympathisch geschrieben.
Das gameplay war aber immer zwischen absolut belanglos (die klettereien…) nervig (das rumgeirre in alles gleich aussehenden grösseren Levels wo man an jede Mauer hüpft um zu gucken ob man da hochkommt) und scheisse (alles mit Action)
Bis auf die Inszenierung zeigten die neuen TombRaider Teile dann ja, wie es richtig geht, gerade Rise of und Shadow of the Tomb Raider hatten dann auch richtig geile Kletterrätsel, die auch mal etwas Hirnschmalz brauchte und das Actiongameplay hat immer enorm gefetzt (und in SotTR war das ja angenehm reduziert auf wenige Momente)

1 Like

Tomb Raider (2013) > jedes Uncharted

Gott, lieb ich das Spiel.

2 Like

Teil 4 scheint da einiges besser zu machen, das Gameplay kann aber trotzdem unter belanglos subsummiert werden. Trotzdem hat mich das Spiel absolut vom Hocker gerissen und mich gefesselt, wie schon lange kein Spiel mehr zuvor. Ich muss es wirklich nochmal ausdrücklich erwähnen: Speziell das Design der Schauplätze auf der Pirateninsel ist so überragend, dass mir schlicht die Worte fehlen. Es gibt meiner Meinung nach kaum ein Spiel, das da mithalten kann. Und das ganze ist dann auch noch mit ordentlich Drive inszeniert und macht trotz seiner simplen Spielmechanik Spaß.

Die beiden ersten Teile des Tomb Raider-Reboots fand ich auch richtig toll, der dritte hat mich aber so dermaßen gelangweilt, dass ich ihn recht früh abgebrochen habe. Die beiden ersten fand ich wie gesagt klasse, die gehen aber auch in eine etwas andere Richtung als Uncharted. Obwohl sie sich Uncharted deutlich angenähert haben in Sachen Wumms-und-Krach-Inszenierung, so ist das Gameplay tatsächlich deutlich besser. Das ganze spielt sich (es ist schon etwas länger her) nicht ganz so linear und bietet mehr Raum für echtes Spielen. Und bei den Rätseln musste man tatsächlich auch mal überlegen (die wirklich harten Nüsse aus dem allerersten Tomb Raider sind allerdings auch hier Geschichte).

Nichtsdestotrotz: Uncharted 4 hat mich wirklich weggeblasen, obwohl es spielmechanisch nicht der Rede wert ist. Aber Inszenierung und Design sind halt wirklich Königsklasse, und hiervon ist Tomb Raider Welten entfernt (geil ist es trotzdem, versteht mich nicht falsch, aber eben nicht SO GEIL). Und vielleicht funktioniert Uncharted 4 auch so gut, weil es nicht so ernst nimmt wie die neuen Tomb Raider-Teile.

1 Like

Ich habe Uncharted 4 letzes Jahr durchgespielt und kann ganz, ganz ehrlich nicht sehen, woher die Begeisterung kommt. Die Steuering ist schwammig, die Action ist repetitiv und lahm, die Setpieces ballern wirklich nicht mehr so wie bei Teil 2, weil alles abgenutzt ist und die erzählerischen Stärken werden – wie schon bei The Last of Us – unter dem Gameplay begraben und, selbstreferentialität hin oder her, davon vollständig negiert.

Tomb Raider hingegen ist weniger „ambitioniert“ im Spektakel, aber es ist in sich so konsistent, es hat eine Welt, die ich tatsächlich selbst erkunden kann, es hat eine echte Gefahr hinter der Action (weswegen ich es immernoch absurd finde, dass es aus irgend einem Grund zum Posterchild für Ludonarrative Dissonanz wurde, was es einfach nicht ist) und es fühlt sich einfach so gut und greifbar an, durch diese Welt zu laufen.

Ich weiß nicht, sogar dein Kommentar beschreibt eigentlich nur, warum Uncharted 4 nicht so gut ist, aber kommt dann trotzdem zum Fazit, dass es gut ist. Ich werd’s wohl nie verstehen.

1 Like

Uncharted lebt halt völlig von der Inszenierung und den Charakteren, das gameplay ist im besten Fall „nicht störend“ oder „immerhin etwas passend“
Als Abenteuer-Spielfilme sind sie idR toll, leider meint naughty Dog immer noch, sie können Gameplay, als dass sie ehrlicherweise näher an Quantic Dream gingen und einfach interaktive Abenteuergeschichten machen würden…

Sehr schade, gib ihm nochmal ne Chance, der Einstieg ist nicht das beste.
Er ist zwar der technisch unrundeste, man merkt, dass nicht mehr Crystal Dynamics daran Hauptverantwortlich war, sondern nur Eidos Montreal. Aber dafür ist das Spiel wieder viel stärker ein Rätsel- und Kletterspiel, die Action ist extrem zurückgefahren (also wirklich extrem, die ganzen möglichen kampfskills sind maximal sinnlos, weil es wohl keine drei dutzend Kämpfe gibt im Spiel), dafür ist klettern, in der Welt orientieren und wirklich zT echte Kopfnuss-Rätsel (vor allem in den optionalen Gräbern und Nebenquests) hat.
Das ist wieder zT echt nah an den ersten 2-3 Tomb Raidern, mMn sogar nah am (für mich unerreichten) ersten.

1 Like

Ich bin mir auch nicht sicher, ob man das verstehen kann bzw. muss. Hier merkt man glaube ich gut, wie subjektiv ein Spielerlebnis eben doch ist. Ich habe ja vorher bereits ausgeführt, dass ich mir früher gar nicht vorstellen konnte, so einen stumpfsinnigen Mainstreammist zu zocken, geschweige denn, ihn geil zu finden. Aber genau das ist passiert, trotz der offensichtlichen Schwächen, die ich gar nicht wegdiskutieren möchte. Trotzdem hat mich das Spiel in einem Maße gekriegt, wie schon lange keines mehr. Ich war gefangen und mitgerissen, wollte ständig weiterspielen und erleben, wie die Geschichte weitergeht. Wahrscheinlich war es für mich das richtige Spiel zum richtigen Augenblick (so wie bei Büchern).

Ich würde dir tatsächlich Recht geben, dass die neuen Tomb Raider-Spiele wahrscheinlich klar besser sind - wirklich geflasht hat mich aber eben jüngst Uncharted 4. (Mag auch daran liegen, dass ich die Vorgänger nicht kenne, so dass mich all das, was ihr schon kennt, eben noch frisch beeindrucken konnte.) Man muss ja nicht immer konform gehen, was Bewertungen von Spielen angeht. Aber es ist doch in jedem Fall schön, wenn einen Spiele richtig fesseln - ob das nun Uncharted oder Tomb Raider ist, ist dann doch auch egal. Das persönliche Erlebnis und die Freude daran zählt. Für mich war Uncharted 4 reinster Eskapismus (positiv gemeint). So nah war ich einem Piratenabenteuer noch nie. Wer weiß, was da unbewusst auch aus Kindheitstagen getriggert wird und dafür sorgt, dass man etwas so toll findet.

2 Like

Das mach ich vielleicht irgendwann mal. Wobei ich mir das bei so vielen Spielen vorgenommen habe… :grin:

Boah, ich hasse Tomb Raider 2013 viel mehr als Uncharted, obwohl es objektiv besser ist. Später oder so ein harter Rant von mir zu diesem Star Trek Voyager der Videospiele!!!

3 Like

Da Star Trek Voyager die beste Star Trek Serie ist freue ich mich auf dieses lobende Essay.

Star Trek

2 Like

Das war schon saugeil, aber ich hatte da den Eindruck, dass die Grundstimmung so anders ist und sich Vergleiche da am Ende weniger gut eignen als es zunächst aussieht. Ich muss immer noch in Rise of the Tomb Raider mal über die Anfangssequenz hinaus kommen :smiley:

Rise hab ich durchgespielt, aber es kam einfach nicht an die Geilheit der Metroidvania-Open-World aus dem ersten ran.

1 Like

Um Gottes Willen! Ich muss meinen Voyager-Zerstörungs-Rant aus dem Keller holen. Der nimmt aber so viel Platz weg, dass ich nichts mehr zu Tomb Raider sagen kann. Voyager ist die größte Enttäuschung meines ganzes Lebens und hat mir sieben Staffeln potentiell großartiges Star Trek geklaut. Wo fang ich nur an!!! Bei Tuvok vielleicht. Ich muss Memes bauen gehen.

1 Like

Dein Voyager „Zerstörung“-Rant prallt bei mir auf eine Wand aus Tatsachen und eine davon ist, dass Voyager urgeil und extrem Star Trek ist.

Plus: Star Trek Voyager Elite Force ist einer der zehn besten Singleplayershooter aller Zeiten.

Elite Force war besser als jede Figur in ganz Voyager. Ja, das war ein nettes Spiel!