"The Irishman" von Martin Scorsese

Da ich nicht den Joker-Thread infiltrieren möchte, starte ich einfach mal einen neuen Thread zu diesem Film. (@Sofakissen, sollen wir vielleicht einen übergeordneten Film-Thread starten?)

Ich freue mich gerade sehr auf einen Film, der Ende November bei Netflix startet und vorher auch in ein paar ausgewählten Kinos gezeigt wird, „The Irishman“. https://www.youtube.com/watch?v=WHXxVmeGQUc

Lange haben Martin Scorsese und Robert de Niro versucht, diesen Film zu realisieren, sind aber immer wieder an der Finanzierung gescheitert. Dann schickte Netflix ein paar LKWs mit Geldscheinen vorbei und machte es möglich: den bislang teuersten und längsten Gangsterfilm in Scorseses Karriere. (Zumindest wird das so kolportiert)

Mit dabei sind u.a. Al Pacino, Robert de Niro, Joe Pesci und Harvey Keitel.

Die ersten Kritiken lassen Großes erhoffen. Kein Wunder bei dieser Konstellation. https://www.metacritic.com/movie/the-irishman

Oh, was freue ich mich auf diesen Film! :heart::

Meinst du 'ne Kategorie? Dafür ist’s noch zu wenig Filmtalk und ein Thread über mehrere Filme ist ja auch wieder unübersichtlich.

Irgendwie turnt mich The Irishman so garnicht an. Vielleicht auch, weil ich irgendwie über das Scorsese-Crime-Dings hinweg bin. Und Pacino kann ich irgendwie auch nicht mehr sehen.

Aber mit dem Marvel-Diss hat er allerdings völlig Recht. Und so oder so freut’s mich, dass er nochmal so ein Herzensprojekt abschließen kann. Der geht ja immerhin auch schon auf die 121 zu.

P.S. Ironisch natürlich, dass er die Marvel-Epen disst und sein Film dann mit der nichtssagenden „epischen Länge“ beworben wird. Ich vermisse das klassische Erzählkino zwischen 90 und 120 Minuten.

Leuchtet mir ein. Falls es irgendwann eine Masse an einzelnen Filmthreads geben sollte, könnte man ja noch mal drüber nachdenken. :slight_smile:

Ich habe mir zwei Roundtables mit Scorsese, Pacino und De Niro angesehen. Erstaunlicherweise machte Scorsese auf mich den lebhaftesten Eindruck von allen. Der sprudelt immer noch über vor Energie. Wer richtig, richtig alt geworden ist, ist Al Pacino. Auch ein Grund, warum ich mich so auf The Irishman freue. Wer weiß, wie lange es noch die Möglichkeit gibt, einen Film in dieser Konstellation zu sehen.

Was du über Pacino sagst, kann ich nachvollziehen. Mit 14,15 habe ich das erste Mal den Paten gesehen und Pacino wurde umgehend zu einem meiner Lieblingsschauspieler. Wenn ich jetzt allerdings überlege, wann ich den letzten guten Pacino-Film gesehen habe, muss ich lange zurückdenken.

Was ich auch etwas schade finde: Irgendwann wurde Pacino gefühlt zum Synonym für „Huha!“ brüllende, cholerische Charaktere, die zum Overacting neigen und vor Testosteronüberschuss fast explodieren. Seine enorme Ausstrahlung ist dabei natürlich nicht zu leugnen. Ein Keanu Reeves hat mir z.B. in „Im Aufrag des Teufels“ fast schon leid getan, weil Pacino jede Szene so an sich gerissen hat, dass Reeves fast unsichtbar wurde. Wenn man jetzt aber mal Pacinos gesamte Karriere betrachtet, hat er viel, viel mehr drauf als nur diese eine Rolle.

Ich liebe ja Heat, ärgere mich manchmal aber trotzdem etwas darüber, dass Pacinos Charakter so total Over-the-Top ist. Einen Vorwurf kann ich ihm aber irgendwie auch nicht machen. Wenn ich mir die Dialoge anhöre, wüsste ich nicht, wie man das anders spielen sollte. Anscheinend war es von den Machern von Anfang an so ausgelegt.

Zum Abschuss seiner Karriere würde ich Pacino gerne mal wieder in einer ganz anderen Rolle sehen. Zum Beispiel als deutlich leisere, sensiblere Figur.

Aber sorry, ich habe mich verquatscht. Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt, was da Ende November auf uns zukommt. :smiley:

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Ungelogen, ich find Heat wegen genau dieser Pacino-Performance mittlerweile unerträglich. (Und auch sonst höchstens der fünfbeste Mann-Film. (Der beste ist natürlich Miami Vice, auch was die Darstellung dieser hypermaskulinen Filmhelden angeht, und diese Wahrheit ist der Hügel auf dem ich Sterben werde. (Der Shootout ist natürlich trotzdem ganz, ganz großes Kino.)))

Ach, aber hier geht’s ja um Scorsese!

Ich versuche seit gestern Abend The Irishman zu gucken. Nach 20 Minuten habe ich lieber angefangen meine Wand im Wohnzimmer nochmal nachzustreichen. Gerade bin ich nach weiteren 50 Minuten auf der Couch eingeschlafen.

Ich weiß nicht warum ich den Film gucken, ich hab ihn ja schon gesehen… mehrmals. Also, doch, ich weiß warum ich ihn gucke, weil mir alle ein Ende versprechen, in dem Scorsese das Genre, das er

Aber muss er davor wirklich drei Stunden alles, die Szenenkollage, die Voiceovermonologe, die Mafiaklisches, noch einmal mit ausgesprochen egalen Figuren rekonstruieren? Das ist alles so gut gemacht wie ausgesprochen langweilig und darüber hinaus auch noch uninteressant.

Naja, will gar nicht zu viel nörgeln. Ich freu mich, dass die alten Männer noch mal auf die Bühne dürfenund man spürt das Herzblut dahinter, also, wenn man gerade nicht in das uncanny valley blickt. Und Scorsese ist ja auch Stones-Fan und die haben auch lange über ihre Relevanz hinaus getourt.

Also ich fand den Film wirklich gut gemacht. Ist halt keine leichte Actionkost, sondern sehr dialoglastig.

Das Tempo und die Dialoge waren nicht mein Problem. Im Gegenteil, ich liebe Filme die die meisten Leute „langweilig“ finden. Ich fand die Charaktere einfach völlig uninteressant, bisher. Werde ihn aber noch zuende schauen, weil alle sagen, dass das Ende es wert ist.

Das hat mir den Film leider ziemlich kaputt gemacht. Davon abgesehen war er okay. In der ersten Hälfte eher langweilig, gegen Ende dann deutlich besser. Werde ich mir sicher nie wieder anschauen, dann doch lieber einen der Klassiker zum xten Mal.

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Mir hat der Film total viel Spaß gemacht. Mit den Längen konnte ich leben. Ich war von Anfang drin und habe ihn bis zum Ende genossen. Pacino und Pesci fand ich fantastisch. Was De Niro angeht, bin ich mir immer noch unschlüssig. Auf jeden Fall hat mir De Niro so einige Uncanny-Valley-Momente beschert. Diesen künstlichen Glanz um die Augen rum fand ich sehr störend. Trotzdem bin ich so in der Welt der Figuren versunken, dass ich damit leben konnte. Ich glaube, inwiefern sich The Irishman mit GoodFellas und Casino messen kann, wird man erst in ein paar Jahren wirklich beurteilen können. Ich fand’s aber sehr angenehm, dass er sich in seiner Melancholie deutlich von den früheren Filmen unterschieden hat.
Pesci mal nicht als „aggressiven Giftzwerg“ zu sehen, war fantastisch. Es gibt eine bestimmte Pesci-Szene (Stichwort Murmel), die mich sehr berührt hat.

Manchmal waren es auch ganz kleine Momente, die ich sehr stark fand. Z.B. Hoffas „Fahnen-Szene“ auf dem Dach der Gewerkschaftszentrale.

Ich werde The Irishman bald noch mal gucken und freue mich drauf. Schade finde ich nur, dass Anna Paquin und Harvey Keitel nicht mehr Screentime bekommen haben.

Hhhhmmm, den hab ich, seit er raus ist, auf der „zu gucken“ Liste, aber jedes Mal wenn ich dann davor sitze, denk ich: „Boah, 3 1/2 Stunden? … Oh, Jumanji mit Dwayne Johnson drück“. :smiley:

Bin noch von Hateful 8 nachhaltig geschädigt. :wink:

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Ich hatte großes Glück. Mir ist nicht entgangen, dass sich andere Leute von Hateful 8 geschädigt fühlten, so dass ich ihn erst gar nicht geguckt habe. :wink:

Davon abgesehen gucke ich gerade noch mal die letzte Staffel der Sopranos. Sooo gut! Ich könnte diesen Typen den ganzen Tag bei ihren Quasseleien zuhören. Eine Schande, dass James Gandolfini so früh gestorben ist.

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