S01E03 GTA IV vs. The Last of Us / Abstimmung geschlossen!

#1

Originally published at: https://lastgamestanding.de/2019/01/24/s01e03-gta-iv-vs-the-last-of-us/

Hose runter, Metascore-Vergleich! GTA IV (98) vs. The Last of Us (95). In dieser Folge von Last Game Standing wird gezankt. Christian Schiffer ist so rauflustig wie Niko Bellic auf Crystal Meth, um sein Spiel GTA IV zu verteidigen. Christian Alt sieht dem recht gelassen entgegen, weiß er doch den absoluten Favoriten „The Last of…

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angeheftet, #2
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#3

Der @Christian.Schiffer hat da schon Recht. The Last of Us ist totaler Kitsch. Dieses ganze “der Tochter im Intro beim Sterben zugucken” ist der erste von einer langen Reihe ultradurchsichtiger Taschenspielertricks, um das Publikum emotional zu manipulieren. (Das Ende im Krankenhaus ist allerdings wirklich gut… und der einzige Teil, an den ich mich erinnern konnte. Wer ist Sam?)

The Last of Us ist das perfekte “gute Story für ein Game”-Game, denn es ist um den Versuch einer “erwachsenen” Story herum unerträglich gamey. Das ist ein Problem aller Naughty-Dog-Spiele, die großes Kino erzählen wollen, aber sich zwischen den Sequenzen anfühlen, als würde man durch einen Pool aus diesem neongrünen Glibberschleim waten, der Kinder-Comic-Magazinen beiliegt.

Ich muss also wohl letztendlich komplett emotionslos für GTA IV gegen The Last of Us stimmen, dass als Gesamtwerk einfach in einem Maße überhöht wird, das spätestens bei Teil 2 den gesamten Videospieldiskurs in ein postapocalyptisches Ödland aus langweiligen Takes zu “komplexer Moral” verwandeln wird – wenn wir jetzt nicht etwas dagegen tun!

Trotzdem hätte mich @christian.alt fast überzeugt, meine Meinung zu ändern. Er hätte ja einfach auch von Anfang an die gute Version von The Last of Us ins Feld führen können, die ja existiert. Left Behind löst jedes Problem des Hauptsspiels! Die Gewalt ist nicht mehr sinnlose Gamerbefriedigung und auch das Schleichen ist auf einmal bedrohlich statt langweilig. Hier ist wirklich jeder Moment Teil der Story. Und die Charaktere sind wirklich menschlich. Vielleicht hilft es auch, dass Dadbod McGrimface im Koma liegt. Und der Scheiß dauert nicht ungefähr acht Stunden länger als der Plot es tragen kann.

Man, ey, euer Podcast macht mich fertig.

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#4

Eieiei!
Also man hat schon gemerkt das Christian Schiffer für GTA4 richtig gebrannt hat. Er hat auch viele Argumente geliefert, wenn auch alles bisschen zu aggressiv vorgetragen für meinen Geschmack. Christian Alt agierte erst bisschen zu passiv und siegessicher. Ich hätte Schiffer diesen Punkt wirklich gerne gegeben diesmal.

Nur leider gibt es da ein Problem. Rein zufällig hab ich GTA4 gerade nochmal durchgespielt in den letzten Wochen. Genau gestern hab ich die letzte Mission abgeschlossen (diese letzte Mission!! AAARRRGHH!!). Deswegen hab ich GTA gerade noch sehr gut vor Augen in allen Details. Und das Problem ist: Viel von Christians Argumentation stimmt einfach so nicht. Ich hatte das Gefühl das er da was in die Story reininterpretiert was er gerne darin sehen würde, das aber de facto gar nicht stattfindet.

Nico Bellic ist keine “ehrliche Haut” der zwar viel Scheiße erlebt hat aber im Grunde ein ehrenvoller aufrechter Mensch ist etc, wie Christian argumentiert. Nico hat zwar seine menschlichen Momente, hat aber von Anfang an nicht die geringsten Skrupel für ein bisschen Geld irgendwelche Leute zu ermorden, auch Unschudige. Er wird auch nicht unschuldig “in irgend eine Scheiße reingezogen” und gerät in einen Strudel der Gewalt - das geht alles schon sehr proaktiv von ihm selbst aus. Ich meine, welche ehrliche Haut würde z.B. jemanden eiskalt per Kopfschuss exekutieren weil er mit der Freundin des Cousins rum macht :smiley: Nur mal als Beispiel.

Das er von einer Untergrundorganisation zur nächsten gereicht wird und immer wieder, wie Christian sagt, Odysseusmäßig den Stein hochtragen muss ist meiner Meinung nach - wie Christian Alt auch dagegen hielt - schlichter Grind. Die Story die Nicos Missionen durch die verschiedenen Syndikate verbindet ist dabei sehr generisch und austauschbar und nicht immer sehr plausibel. Ich würde sogar so weit gehen und sagen es wäre kein Problem die Story nachträglich um die zuvor erstellten Missionen drumherum zu schreiben (vielleicht war es sogar so).

Man kann was TLOU angeht natürlich damit argumentieren das es Kitsch und Klischee ist. Nur sollte man dann nicht gerade ein GTA Spiel in der eigenen Hand haben^^ Ein Spiel in dem es quasi keinen einzigen Charakter gibt der nicht stereotypes, überzeichnetes Klischee ist.

Das in Liberty City die Brücken gesperrt sind wegen Terrorgefahr ist meiner Meinung nach auch einfach ein recht simples Alibi dafür das eben die Spielbereiche erst nach und nach geöffnet werden sollen. Aber das hat m.E. eh mit der Story direkt wenig bis gar nichts zu tun, wäre für mich also ein Scheinargument.

Die Geschichte von dem armen Einwanderer der nur ein besseres Leben in der neuen Welt und in frieden Leben will, und dabei unwillens in einen Strudel des Verbrechens gerät, die WILL GTA4 vielleicht gerne erzählen, schafft dies aber nicht mal im Ansatz weil bereits die ersten Missionen mit dieser Prämisse brechen.

Ich mag GTA4 sehr, vor allem das Setting gefällt mir besser als bei GTA5. Das Spiel hatte sogar zumindest 2 Momente wo es sowas wie Emotionen in mir aufsteigen liess. Aber was die reine Story angeht, und darum geht es ja bei dem Battle, muss man leider unterm Strich einfach sagen dass es da gegen TLOU wenig Chancen hat. TLOU mag Kitsch sein, weiss diesen aber sehr emotional und toll inszeniert zu erzählen. Daher, sorry, Punkt geht an TLOU :slight_smile:

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#5

Großartige Folge! Und Respekt Christian, wie überzeugend du für GTA4 argumentiert hast, da hat echt jeder Punkt gesessen. Aber es ist halt dennoch nur GTA4. Bei mir hätte so gut wie jedes andere Spiel gegen TLOU gewonnen, nur das nicht.

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#6

Ich geh da sogar noch einen Schritt weiter als Wudan.

Nico Bellic ist, sogar noch vor Rufus aus Deponia UND Trevor, die unsympathischste Arschkrampe, die mir je in einem Videospiel untergekommen ist.

Dieses Mitglied einer serbischen Todesschwadron (und damit Kriegsverbrecher und moralisch ungefähr auf einer Stufe mit einem KZ-Aufseher (sic!) ) zum „working-class-hero“ stilisieren zu wollen, halte ich für, gelinde gesagt, sehr problematisch.

Jetzt kommt dann wahrscheinlich das „Satire“ Totschlagargument, dass ich Rockstar schlicht und ergreifend nicht abkaufe.

GTA IV ist Satire auf diese „Wir sagen Satire, damit uns keiner an den Karren pissen kann, aber eigentlich isses ja so, wenn man ehrlich ist!“ Art und Weise.

Wer meint, ich übertreibe, der möge sich mal bitte die „Judge Grady“ Segmente aus dem Talkradio nochmal anhören.

(Mein Lieblingssegment: Eine Frau und ihr Stalker stehen vor Grady. Und, haha, es wird nicht das stalken verhandelt, sondern die Tatsache, dass die Frau ihm den Lack am Auto zerkratzt hat. Wie lustig und subversiv!)

Und ja, ich hab schon verstanden, dass das eine Persiflage auf das rechte Talkradio sein soll, aber es funktioniert halt ÜBERHAUPT nicht.

Wudan hatte ja schon einige andere Beispiele genannt, aber hier verrennst Du Dich auf schwerste, Christian Schiffer!

That being said ich hatte an der Folge wieder sehr viel Spaß, gerne weiter so. :slight_smile:

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#7

Das ist schade mit GTA IV. Aber ich liebe dieses Forum und seine Bewohner <3

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#8

Hier würde ich allerdings ein wenig widersprechen aber Sympathie ist natürlich ein sehr subjektives Gefühl. Ich hatte mich schon nach relativ kurzer Zeit nach einem anfänglichen “DEN soll ich jetzt spielen das ganze Spiel? really?” einigermaßen mit Nico Bellic angefreundet. Ich kann schwer den Finger drauf legen was Nikos Charme ist aber er ist irgendwie da. Die Mischung aus trockenem Humor mit dem Unverständnis der amerikaninschen Gesellschaft und den eigentich doch recht sympathischen Momenten hier und da hat´s irgendwie gemacht. Nico wurde nie zu jemanden mit dem ich mich wirklich identifizieren kann, aber durchaus zu jemandem den ich gerne gespielt hab (Ich hatte allerdings auch Spaß mit Trevor. Bei Rufus geb ich dir Recht, in die Tonne mit ihm! :smiley: )

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#9

Uiuiui, bei der Paarung musste es aber auch soweit kommen: Der gute @Christian.Schiffer dacht sich hier wohl: “Wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt”. Jeder noch so kleine Makel von Last of Us wurde hier kilometerweit aufgerissen und offensichtliche Stärken konsequent ignoriert oder ins Gegenteil gezogen. Gleichzeitig werden kleinste Nichtigkeiten von GTA IV als Erlösung des Abendlandes gefeiert. Das alles in voller Inbrunst und Überzeugung: Well played! Der Herr Schiffer könnte dem Papst auch ein Doppelbett verkaufen.
GTA IV überhaupt hier zu nominieren ist schon sehr gewagt gewesen. Es verliert sich, wie die meisten anderen GTAs auch, in repetitiven Nebenmissionen und Zuckergussaufgaben. Was der eine grandios abfeiert “Jau, isch kann hier stundenlang einfach nur Radiohören, Fernsehen oder ins Fitnessstudio gehen! Wie geil ist das denn!”, ist für mich einfach nur anstrengend. Die Grundstory vom Spiel spricht mich ja zunächst durchaus an und ich würde diese gerne auch weiter verfolgen. Aber dann vermittelt das Spiel - auch auch die Kritiker -, dass man hier ständig was verpasst, wenn man nicht zwischen jeder Mission nicht mindestens einmal mit dem Motorrad ein Looping vom Hochhaus gemacht hat, um dann 3 Stunden vorm Fernseher zu sitzen und die - ach so lustigen - Comedyshows zu schauen. Die Motivation der Story zu folgen sinkt und sinkt bei mir dabei mit jeder neuen Möglichkeit und wird eher zum Nebenschauplatz. Wann immer ich GTA IV mal für zwei, drei Tage beiseite gelegt hatte, hatte ich wieder völlig vergessen, was grad der Hauptstrang der Story war - spricht nicht grad für eben diese.
Und jetzt kommt der Twist: ich hab trotzdem für GTA IV gestimmt, da ich auch nichts lieber mag als unerwartetes Favoritensterben. Auch, wenn es aktuell in der Abstimmung nicht so aussieht, erhoffe ich mir noch Südkorea-Moment in dieser Partie: Dem klare Favoriten fällt irgendwann nichts mehr ein und er fängt sich in der Nachspielzeit noch zwei Tore. Die Tore für Südkorea erzielten Marek Mintal und Nico Belic.

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#10

Ich bin hier jetzt eisenhart und nutze die bewährte Methodik von @Christian.Schiffer: Woran kann ich mich noch erinnern?

Bei Last of Us: Anfangsmission, anstrengend gruslige Mission im Hotelkeller mit Generator (ich kann Horror gar nicht ertragen), aufgespießter Joel, Giraffen und der Schluss.

Bei GTA 4: NICOOOOO YOU WANNA GO BOWLING??!?!!!

Also, ja, das ist schon ziemlich klar hier, finde ich.

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#11

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#12

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#14

Also das Brückending als Storytelling zu verkaufen… Ne! Das ist eine gute, den Zahn der Zeit treffende Ausrede. Aber eben immernoch eine Ausrede :smiley:

Ich fand Nico Bellic unsympathisch, auch weil er eben nicht ohne Verschulden überall reinrutscht. Das wurde aber weiter oben schon gut ausgeführt. Das Gameplay fand ich auch irgendwie unbefriedigend. GTA V war dann deutlich überzeichneter, hat aber dafür so viel mehr Spaß gemacht.

TLOU hat an manchen Stellen echte Längen, aber das audiovisuelle Erlebnis ist fantastisch und auch die etwas klischeehafte Story wartet mit glaubhaften Charakteren und tollen Momenten auf. Unterm Strich bestimmt nicht das beste Spiel aller Zeiten, aber definitiv eines der verdammt guten.

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#15

Okay, GTA 4 hat hier zugegebenermaßen ein paar Startschwierigkeiten. Aber die Leute werden bestimmt bald zur Vernunft kommen…

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#16

ja, gut.

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#17

Ich möchte gerne so stimmen, dass es unentschieden wird. Sagt mir bitte jemand kurz vor Schluss wie es steht? :slight_smile: Ich will wissen was sich die Christians ausgedacht haben.
Mir ist völlig egal wer gewinnt.

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#18

Okay, cool. Gestern hatte GTA 4 22 %, heute sind es schon 24 %! Da geht noch was!!

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#19

Ich hab keine Ahnung, was man bei diesem PlaysieDingen so macht. Klingt ganz nett. Die Storyauflösung war nich so sonderlich überraschend. Vielleicht muss man den Kram erlebt haben.
So schließe ich mich dem etwas überaggressiven Standpunkt vom Schiffer an, passt ja gut zum Spiel.

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#20

27 %. @christian.alt spürt bestimmt schon Nico Bellics Atem in seinem Nacken… Das wird noch eine ganz ganz enge Kiste!

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#21

It’s a tough country, eh?

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