Podcast Kritik Schröder & Somuncu

Mal ganz ehrlich und „ernst“ gefragt: Wie empfandet ihr das ganze Thema:

  1. War es berechtigt oder unberechtigt (und warum)
  2. Wie empfandet ihr die redaktionelle „Zensur“
  3. Wie empfandet ihr die Reaktion der beiden Podcaster?

Mich würde das ganz ernsthaft interessieren. Wenn die Christians (oder auch @Manuel_Fritsch oder @sofakissen etc. ) als Journalisten bzw. Podcaster mal ihre Sichtweise darstellen würden, wäre das echt spannend für mich.
Ich weiß, dass ist ein schweres Thema und nur bedingt im Forum „diskutierbar“, deshalb gleich der Disclaimer, dass mich das ohne Wertung einfach persönlich interessiert, sowohl als Konsument von vielen Podcasts, als auch als privater Podcaster und ich glaube, dass ich auf diesem Weg noch die größte Schnittmenge von interessierten an dem Thema erwische.
Wenn es keinen interessiert, können wir das Thema dann auch schnell wieder schließen :wink:

Hier ein Artikel zu der Angelegenheit

ich hab nix davon mitbekommen. welcher artikel fasst die situation ganz gut zusammen?

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Gerhard Schröder podcastet inzwischen zusammen mit Serdar Somuncu? Ich merk gerade mal wieder, dass ich überhaupt nix mehr mitkriege und dass das LGS-Forum mein einziges soziales Medium ist.

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Hab oben einen Artikel der verlinkt ergänzt

Aha… ungefähr auf dem Level von dem letzten Fehlgriff von dem FPD-Typen (Lindner?) ala „Ich beginne jeden Tag mit meiner Sekretärin“…aber deutlich unter dem Spruch vom Merz ala „Schwule sind ok solange nicht Kinder“…

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Sumuncu ist zwar ein sehr intelligenter Mensch und kann wahnsinnig eloquent, gewieft und fundiert diskutieren, aber leider hat er primär die stumpfe, dumme Provokation als Mittel und das auf einem grausigen Niveau.
Auch hat er das, was ich die Fefe-Argumentation nenne „ich habe doch einfach nur Ideen und Themen angesprochen und geteilt, ich habe ja keine Meinung dazu“ mit der Ignoranz dazu, dass auch passiv eine klare Botschaft übermittelt wird und man IMMER eine Verantwortung trägt für das von einem verbreitete.

Allgemein fällt Sumuncu nur noch mit Provokation auf, die zT wirklich gehässig, bösartig und schmutzig ist, die ewige Ausrede „ist nur eine eingenommene Rolle“ oder „war doch Satire“ zieht aber nunmal nicht immer, und dass es ihm nun mit Wucht auf die Füsse fällt, ist nur rechtens…

Ich mochte ihn vor vielen Jahren mal für seine Eloquenz, mittlerweile halte ich ihn einfach nur noch für eine dumme Arschkrampe, der - so fürchte ich - seine gehässige Meinung unter dem Deckmantel der „eingenommenen Rolle“ und Satire verbreitet.

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Ein zweiminütiger Ausschnitt der Premierenfolge sorgte für vehemente Kritik, ausgelöst in den sozialen Medien. Es ging um Äußerungen Somuncus, in denen er eine Person of Colour als „Mohrenwirt“ bezeichnete, das N*-Wort nutzte und in eine Hasstirade gegen Frauen verfiel, die Somuncu vage als Satire bezeichnete („schlecht gebumste, miese, hässliche Schabracken“).

Klar, sowas haut man in nem Podcastgespraech locker so raus waehrend man „in seiner Rolle“ ist. Leck mich am Arsch.
Vollidiot halt.
Aber vor Jahren den Typ mal im TV gesehen, elendiger Schreihals, ein Level mit MBarth.

Aber ist nicht genau diese Reaktion, die wir jetzt zu tausenden in den sozialen Netzwerken gesehen haben, der Zweck den Somuncu mit seiner „Aussage“ hervorrufen wollte. Also dieses „ich bekomme einen Schnipsel aus einem Podcast von drei Stunden zugespielt und urteile dann erstmal über die ganze Person“. Ich stelle nicht in Frage, dass das was er sagt rassistisch, sexistisch oder homophob ist und glaube auch, dass die selbe Wirkung mit anderen wörtern ebenfalls erzielt worden wäre die nicht in diesem Ausmaß scheiße sind. Trotzdem ist es ja durchaus erstaunlich wie dieses eine Zitat, dass auch noch in der Rolle verkürzt ist, benutzt wird um wie hier jetzt Vergleiche mit Mario Barth aufzustellen, die meiner Auffassung nach jemanden wie Somuncu, der aus mein Kampf vor natzis gelesen hat, wirklich nicht gerecht werden. In keiner Weise…

verstehe nicht was du genau meinst.

Ich wollte nur Aussagen, dass mir dieser Vollidiot gestohlen bleiben kann - bzw schon immer war. Finde die Aufmerksamkeit ists nicht wert.

Aber wie kannst du das beurteilen wenn du denkst, dass Somuncu sich in seiner Rolle auf Mario Barth Niveau bewegt. Diese Bewertung ist dann genauso eindimensional wie das was er in diesen zwei Minuten da sagt oder nicht?

noe. Er diskriminert und beleidigt ganze Voelkergruppen - ich bewerte nur seine Person.

Sumuncu ist beleidigend, ausfällig, unflätig, hetzerisch, polemisch und schlicht unanständig. Dazu begibt er sich wiederholt in ekelhafte Dunstkreise, wie KenFM, offen radikale, etc und gibt denen eine Plattform.
und das wiederholt und immer wieder und immer wird es entschuldigt mit „er nimmt ja nur eine Rolle ein“ oder „das dient der Satire“ oder „das soll die nur vorführen“

die Realität ist aber, dass er eben solcherlei Verhalten damit protegiert und das Fazit ist, er ist einfach eine Arschkrampe…

Die ganze Geschichte hat ganz viele Ebenen - deshalb hab ich das auch hier zur Diskussion gestellt, weil ich mir bisweilen selbst nicht ganz klar darüber bin, was ich wie einsortieren soll.

Zum Einen ist das Somuncu selbst. Wer Ihn nicht kennt bzw. verfolgt wird sich schwer tun, zwischen der Bühnenfigur „Der Hassprediger“ und Serdar Somuncu „Die Privatperson“ zu unterscheiden. Somuncu ist kein Dummkopf. Wer den dreistündigen Podcast hört, wird das schnell erkennen. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist die Frage: Wie sehr darf man überspitzen? Übertreibung macht bekanntlich Anschaulich, aber ist das in einem Podcast Projekt dann noch transportierbar. Ohne Bild und Bühnenkontext? Für mich, sehr schwer.

Zum Anderen ist da Florian Schröder, der eifrig lacht, klatscht und quasi der dumm dreisten Überspitzung applauddiert und suggeriert „Alles cool was da gesagt wird - ja sogar witzig“. Im Kontext der Unterhaltung kann man das sogar nachvollziehen: „Zwei Männer reißen Zoten“. Dumm nur, dass es eben 400.000 Menschen als Podcast konsumieren. Doch wie viel Aufmerksamkeit ist nötig um in 180 Minuten Gespräch das Barometer dessen „was darf ich nun belachen und was geht zu weit, bzw. was kann der Hörer als Satire nicht mehr begreifen“ jederzeit zu verfolgen? Finde ich ebenfalls, ganz schwierig.

Dann ist da Radio Eins, bzw. der RBB, der als öffentlich rechtliche Sendeanstalt eine Zensur vornimmt und sich für den Passus entschuldigt. Zur Info: Der erste Podcast wurde live auf Instagram gestreamt - eine nachträgliche Zensur ist daher in jedem Fall zu spät. In wie weit war die Stellungnahme des RBB überhaupt notwendig? Hätte man es im Zuge der „künstlerischen Freiheit“ nicht einfach stehen lassen müssen? Der Podcast steht gerade am Anfang und sofort zensiert man das Format wegen 2 Minuten? Auf der anderen Seite war der öffentliche Druck sehr groß. Sagt man nichts, lässt man das Feuer weiter brennen. Ganz schwierig.

Und zum Abschluss ist da die Reaktion der beiden im darauffolgenden Podcast. Dieser - nur 60 Minuten lang - wird aufgenommen und zuerst „redigiert“ durch den RBB und dann freigegeben. Beide Podcaster entschuldigen sich, sparen aber auch nicht daran gewisse Grauzonen immer wieder zu konterkarieren, indem sie in regelmäßigen Abschnitten darauf verweisen „wie etwas gerade gemeint war“. Zum Beispiel sagt Somuncu oft: „Das sage ich jetzt in meiner Rolle“ (und lacht) und er fragt bisweilen Schröder „Bist du jetzt noch in deiner Rolle“.

Ich persönlich muss sagen, ich hab den ersten und den zweiten Podcast vom Inhalt her sehr genossen. Die Beiden sind eloquent und geben dem Zeitgeschehen neue Perspektiven. Dabei sind sie alles andere als Vorverurteilend und haben den satirischen Zeigefinger gar nicht so oft erhoben, wie ich zu Beginn befürchtet habe.
Ich selbst konnte die besagte Stelle nie hören, da sie bereits geschnitten war in meiner Podcast Version. Ich komme aber nicht umhin mich seit Tagen zu fragen: Was ist da eigentlich gerade passiert…?

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Ich glaube es empfiehlt sich grundsätzlich die zweite Folge zu hören. Da geht es auch um Rassismus im Zuge der Polizei und es wird denke ich ganz gut deutlich, dass man Somuncu und Schröder mit einer eindimensionalen Beurteilung in Folge eines zwei minütigen Ausschnittes nicht als „Arschkrampe“ abstempeln kann und sollte.

Ansonsten alles was Simon sagt!

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man kann Sumuncu als Arschkrampe aburteilen, wenn man ihn seit Jahren verfolgt und sieht, dass er bewusst immer wieder Grenzen auslotet.

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Aber Ken FM hat er ja m.E. WIRKLICH vorgeführt, finde ich. Das ist einer der seltenen Fälle, wo das mal wirklich halbwegs geklappt hat…

Das ging aber nach hinten los, kenFM und dessen Fans haben die ihnen genehmen Ausschnitte des Gesprächs zuhauf geteilt und als Argument gebraucht.
Sumuncus Gespräch wurde in aller regel als Bestätigung von KenFM und dessen Publizistik verwendet…

Was genau das Problem aufzeigt, mangelndes Verantwortungsgefühl für die eigenen Handlungen, auch die passiven.

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Ja, kann sein. Ich fand das damals geil, dass jemand Ken FM stellt. Aber ich hatte natürlich auch nur Ausschnitte gesehen. Und vielleicht war es auch gar nicht so geil.

Ich finde, man kann zu sowas schon mal hingehen, aber dann eher so:

Ich wurde aus dem Ken FM-Umfeld übrigens mal in einen Podcast eingeladen, aber I prefered not to…

ich habe das ganze mal geschaut und fand es echt nicht so geil.
Einige Spitzen aber auch sehr viel „ja klar“ und „ja, kann man schon so sehen“ usw.
Also so klar vorgeführt hat er KenFM eben nicht, es wirkte schon mehr wie ein Gespräch unter Kollegen, als es mMn sollte.

Und eben, begibt man sich in dieses Dunstfeld, sollte einem auch klar sein, dass man dem ganzen ekligen metier auch zuarbeitet, im Zweifelsfall durch passive Prominenz.

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War das im Zuge eures Buches zu den Verschwörungstheorien?