Das beste Pen&Paper aller Zeiten

Hey, ich dachte da C&C im letzten Podcast erwähnt hatten, dass sie gerade begeistert ein Pen & Paper spielen (Welches?) frage ich mal in die Runde, ob jemand Empfehlungen für Spiele oder ganz bestimmte One-Shots hat.

Ich spiele seit etwa 2 Jahren mit einer Gruppe D&D 5e aber eigentlich wollten wir schon länger mal etwas Anderes ausprobieren.
Der Umstand, dass wir momentan über Discord spielen müssen macht das sogar irgendwie niedrigschwelliger.

Hoffe es gibt hier überhaupt ein paar Pen&Paper Fans :dragon:

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Oh, ein tolles Thema! Da ich auch nur DSA kenne und gerne was Neues ausprobieren würde, bin ich auch sehr gespannt :slight_smile:

Ich spiele eigentlich mein ganzes Leben Pen&Paper. Seit die Kinder da sind leider nur noch an wenigen Tagen im Jahr, die dann eventmäßig aufgezogen werden. Wir haben eine virtuelle Runde schon mal gespielt. Das geht zwar deutlich besser als befürchtet, aber lange nicht so gut wie gehofft.

Zu den Systemen. Der leichteste Wechsel aus D&D ist wahrscheinlich Pathfinder. Das haben wir sehr lange gespielt und das vereinfacht sehr viel ohne dabei aus der Welt von D&D zu gehen.

Ich persönlich habe auch lange DSA gespielt. Das lag aber mehr an der Welt, als am System. Aventurien ist für mich die konsistenteste Pen and Paper Welt. Leider sind es regelrechte Würfelorgien, was mir häufig den Spaß nimmt. Ich mag es eher, wenn es mehr um die Charaktere an sich geht, als um eine gelungene oder misslungene Probe auf irgendein Talent.

Weitere nette Systeme sind Earthdawn und Shadowrun. Wobei man sehr deutlich sagen muss, dass auch hier große Schwächen im System (waren) sind. Hab das lange nicht in aktuellen Fassungen gespielt.

Insgesamt kommt es vor allem bisschen auf die Gruppe an. Möchte man eher Dungeon crawling haben, eignen sich gewisse Systeme besser. Mag man lieber Interaktion und Charakterdarstellung sind wieder andere Systeme im Vorteil… Setting mal komplett außen vor.

Huhu,

also, ich spiel am liebsten Shadowrun, speziell das deutsche Setting.
Da ist das Setting nicht für jeden, aber regeltechnisch halte ich das für das beste Sstem da draußen.
Wir haben immer 4te Edition, die 5te kenn ich auch noch, aber aktuell ist anscheinend 6.

Zumindest für die 5te gibt es bei Pegasus kostenlose Schnellstart Regeln, da ist hinten auch ein Mini Abenteuer dran, dass dient aber mehr zum überprüfen, ob man die Regeln verstanden hat. :wink:

Wenn es um Kampagnen geht, kann ich nur auf alte 4er Bücher verweisen, die man aber aber zumindest im 5er problemlos spielen können sollte.

Da fand ich am bestem:
SOX
Spielt in der atomar verseuchten Zone Saar-Lorraine-Luxemburg und hat ein gewisses Mad Max Feeling.

und Blut & Spiele
das sich größtenteils um den neuen Breitensport „Stadtkrieg“ dreht (stell Dir die Bombenmissionen in Counterstrike vor, nur mit echten Leuten, scharfer Munition und Ball statt Bombe).
Da konnte man zumindest den ersten Teil auch als Standalone spielen, den man an 2-3 Abenden durch hat.

Ansonsten, wenn man was für einen Abend will vielleicht Fiasco?

Das ist mehr gemeinsames Impro Theater, als ein „richtiges“ P&P, aber da gibt es unzählige kostenlose Szenarien und man ist in der Regel in ca. 3 Stunden durch.

Wenn man Horror mag, find ich das Cthulhu RPG auch nett.

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Ich weiß nicht mehr was wir damals gespielt haben, aber gerade wegen dem System fand ich Shadowrun furchtbar. Hat sich das so viel verbessert? Die Schadenklassen und die bisweilen abenteuerlichen Würfel „Verbesserungen“ waren derart leicht zu MinMaxen, das hat überhaupt keinen Spaß gemacht.
Mein Liebling: Die Panthersturmkanone mit irgendwelchen 14 tödlichen Schaden… Da wurde das System ziemlich schnell an seine Grenzen gebracht.

Das wollte ich immer mal spielen, hab aber keine Mehrheit in meiner Gruppe gefunden.

Warum hat die überhaupt einer Deiner Spieler? :slight_smile:
Man muss da als SL ein wenig Augenmerk drauf halten, aber wenn Du die Legalitätsregeln durchsetzt (stehen vor der Ausrüstung) lassen sich solche Exzesse vermeiden. Wir haben als Daumenregel immer gehabt, dass man nichts was größer als eine Handfeuerwaffe ist, verdeckt am Körper tragen kann.
Und mit einer offenen Waffe ohne triftigen Grund rumzulaufen ist generell eine ganz schlechte Idee, da landet man schnell mal im Knast oder wird von der lokalen Gang „vorsorglich“ erschossen.

Gerade die Panther, die ja eher stationäres Geschütz ist, ist zumindest wenn ich leite einfach für den Straßenrunner nicht verfügbar.

Es stimmt, dass man speziell im 4er mit dem Kaufsystem zur Charaktererschaffung gut min-maxen konnte, aber dieser Nachteil wird für mich durch das „quick&dirty“ Kampfsystem mehr als ausgeglichen.
Gerade in DSA fand ich die Kämpfe immer unglaublich zäh und langwierig.

Man (und die Gegner) fällt schnell um, ist aber auch fix wieder auf den Beinen, fand ich immer deutlich besser.

ich mag bei Pen & Paper beide schienen.
Sowohl die Charaktarbasierten , eher auf Erzählung beruhenden, als auch DSA, bei dem die Stinkigkeit deines Furzes ausgewürfelt werden kann, um das Unwohlsein deiner Party zu beeinflussen.
Beides lebt und stirbt mit einem guten und fähigen Gamemmaster.

Als Easy Oneshot erzählbasiertes Spiel empfehle ich Fiasko

Ja, im Pen&Paper müssen Kämpfe schnell gehen, sonst sollte man auf Tabletop wechseln. Realismus ist da im besten Fall ein netter Nebeneffekt. DSA ist da wirklich eine Krankheit. Die aktive Parade und der Modus für Initiative mag „korrekter“ sein, hilft dem Spiel aber null weiter.

Ich war zu der damaligen Zeit kein Spielleiter und es ist auch schon ziemlich lange her. Ein guter Spielleiter ist sowieso essentiell und ich bin da selbst nur so mittelgut. Shadowrun gehört vom Setting her zu den Pen and Paper Perlen. Das typische High-Fantasy geht einem irgendwann auf den Keks :wink:

Das geht mir tatsächlich genauso - Ich habe mich sogar mal etwas reingelesen aber meine Gruppe hatte leider nicht so Lust drauf und v.a. niemand Erfahrung damit. Klang recht abgefahren und wenn ich es richtig verstanden habe gibt es streng genommen keine „Klassen“ und irgendwann werden alle irre… ?

Man sollte wohl mal Vampire: Die Maskerade erwähnen, mit einem der geilsten RPGs in der Videospielgeschichte.

Naja, mein letztes P&P habe ich (damals D&D, DSA und Shadowrun) vor 17 Jahren gespielt…

ich hatte zwei super Runden in der World of Darkness (die auch die Basis für Vampire: the Masquerade bildet)
Das liegt aber sicher auch am Gamemaster, der da wahnsinnig viel ausgearbeitet und vorbereitet hat, aber das Szenario lässt halt wahnsinnig viel zu und lebt eindeutig mehr von der Erzählung und dem mitmachen dabei, als sturem einhalten der Regeln.

Was ich noch empfehlen kann ist Runequest. Schönes Setting und schönes System.

Das ist zwar etwas vereinfacht, aber durchaus zutreffend. :laughing:
Auch wenn ich meistens sterbe bevor ich wahnsinnig werde. :smiley:

Cthulhu hat von allem, was ich je gespielt habe den höchsten Body Count, wenn in einem Abenteuer nur 1-2 Leute sterben ist das in der Regel schon ein Erfolg.
Da man da im großen und ganzen „normale“ Leute spielt (halt so typische Pulp Archetypen, den abgehalfterten Detektiv, die alte englische Lady, ihre Dienerin, die Wahrsagerin, etc.), kommt es häufig zu Szenen, wo wenn man nicht aufpasst oder schlecht würfelt, das Monster einen dann halt umbringt.

Ein Horror Film, wo am Ende alle überleben, wäre ja auch ziemlicher Käse.

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Welches System man spielt, hängt aus meiner Erfahrung stark von der Gruppe ab. Meine persönliche Wahrnehmung was „nötig“ ist, sieht ungefährt so aus:

Typischerweise braucht man jemanden, der die Regeln des Systems gut bis sehr gut beherrscht (Regelnerd) und idealerweise aber kein Pedant ist.
Man braucht einen Spielleiter der ein Gespür für die Grenzen hat, also wann er Sie überschreiten lässt und wann er strikt auf diese beharrt.
Die Spieler sollten sich insgesamt „recht“ gut in der Welt auskennen. Gerade soziale Ränge oder Gepflogenheiten sind wichtig in Rollenspielsetting, dass sich das Ganze auch gut anfühlt.
Visualisierungen per Beamer o. ä. sind häufig eher hinderlich, weil es die Immersion bricht. Manchmal ist es besser darauf zu verzichten als alles penibel erklären zu können.
Musik ist nur dann geil wenn es jemand das Abenteuer über aktiv managed, und der Spieler das gar nicht mitbekommt.
Und ganz wichtig: Es sollte nicht immer nur einer zeitgleich spielen. Das ist am Anfang immer so ein Abwarten bis man aufgerufen ist. Dafür ist der Kampf da. Niemand hält dich davon ab mit deinem Gegenüber eine Szene auszuspielen, während der Meister gerade mit einem Kameraden etwas durchexerziert.

So oder so ähnlich würde ich das mal zusammenfassen :sweat_smile:

Ich habe in meiner Jugend nur DSA und Shadowrun gespielt. Später auch mal Earthdawn, Rolemaster und StarWarsRpg ausprobiert, die Runden waren aber nie lange oder die Systeme nicht meins
In den letzten Jahren wo Familienbedingt die Spielzeiten eher auf kürzere Sitzungen am Abend verlegt wurden spiele ich Savage Worlds, ein generisches System für nahezu alle Settings das gezielt für kurze Runden und zügige Kämpfe entwickelt wurde.

Jetzt in der aktuellen Zeit haben wir unsere SavageWorldsRun in Skype verlegt. Zusatzlich spiele ich noch in einer von Beginn an für Discord gedachte DSA-Runde und neu in einer DiscordRunde mit den Aborea System. Bei Aborea bin ich von der Welt und System ziemlich begeistert. Es ist schnell, einfach und doch ausreichend komplex.
Momentan würde ich für Fantasy zu Aborea raten. Bei anderen Settings ist Savage Worlds eine gute Idee.
Für OneShots ist mglw die Generierung in Savage Worlds schon zu aufwendig, da würde ich einfach mal Nipajin ausprobieren. So wie ich das verstehe ist es gezielt für OneShos gebaut.

Das Beste gibt es definitiv nicht, aber ich bin weiterhin der Meinung mit jedem System kann man Spaß haben und Rollenspiel betrieben.
ja Rolemaster, ich schaue dich an. Wessen Spaß in Exceltabellen liegt liegt bei dir genau richtig und selbst mit dir kann man mit den richtigen Leuten Rollenspiel spielen
Probiert euch durch, schmeißt Teile weg und wenns für ne Onlinerunde nicht taugt oder zu lang(sam) ist, macht was anderes.

Ach Rulemaster, das war tatsächlich meine letzte Runde, weil ein Kumpel absolut nichts anderes spielen wollte. Da bin ich dann irgendwann ausgestiegen, weil das mit meinem Verständnis, was ein gutes Rollenspiel ausmacht, nicht zu vereinigen war. :slight_smile:

Ich bleibe dabei, dass DSA das schlechteste Kampfsystem hat, aber Rolemaster kommt da schon nahe dran, allein so Scherze, dass ich wirklich JEDE Waffe einzeln steigern muss ist der totale Witz.
Ich bin also einer der besten Kämpfer der Welt mit meinem Langschwert, aber wenn ich ein Kurzschwert in die Hand nehme, steche ich mir damit andauernd selbst in den Fuss. XD

Oder die Tatsache, dass man andauernd zwischendurch 10 sek. aktiv wahrnehmen (also sich umsehen und lauschen) muss, weil der passive Wahrnehmungswert so genervt war, dass man praktisch blind und taub durch die Gegend lief.

Boah, ich muss aufhören, ich krieg grad Flashbacks… :wink:

Und Spielleiter die Trefferzonentabellen für Gesetze gehalten habe.
Gegner kommt eine Leiter durch eine Lucke in ein Turmobergeschoss hoch und mein Kumpelt trifft ihn von oben am linken Unterschenkel. :cry:
Und erst das Erfahrungspunktevergabesystem.
Omg ich muß an was anderes als Rolemaster denken, diese Flashbacks.

Ja, DSA hatte gerade in der Edition 4 fast schon abenteuerlich kleinteilige Regeln.

Mein Jäger war gemessen an den Werten ein absoluter Experte mit dem Bogen. Das führte dazu, dass ich für jeden Schuss durch eine Vielzahl an Tabellen musste um meinen Malus auf den Schuß auszurechnen (Entfernung, größe des Objektes, steht, läuft oder rennt. Ist die Sicht hell, dunkel, neblig usw.) Das ganze gipfelte dann darin, dass es ein Talent gab/gibt, mit dem man pro Kampfrunde einen Pfeil abfeuern kann… Dieser ist aber nie gezielt sondern einfach „so ins Blaue“ und mit dem W20 wurden Trefferzonen bestimmt. Das war derart absurd, dass ich den Jäger dann zu den Akten gelegt habe, weil durch den Regelwahnsin Pfeil und Bogen absolut unsinnig im Kampf waren.

Ich bin ja ein Fan des Mottos „wenig System, viel Rollenspiel“. Darum spiele ich zur Zeit viel mehr D&D 5E als DsA. Letzteres ist mir mittlerweile viel zu kleinteilig und in seiner Würfel- und Tabellenorgien, die ja Vielfalt schaffen sollen, gerade extrem einschränkend in der Vielfalt. Denn wenn die Regeln simpler sind, kann der Spielleiter viel mehr durch gutes Erzählen, Rollenspiel und Improvisation rausholen als mit exakten Tabellen (deren Durchsuchen den Spielflow ohnehin komplett zunichte macht) möglich wäre.

Aus eben jenem Grund spiele ich auch sehr gerne Cthulhu und Vampire. Beides sehr gute Spiele für intensives Rollenspielen und Erzählen. Aber das ist natürlich nicht das, was jeder will.

Und ohne Scheiß: Ich habe mal mit meiner Gruppe das fucking Sailor-Moon-Rollenspiel ausprobiert und war hellauf begeistert!

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Da würd ich gern mehr als ein Herz vergeben! :sunglasses: