Cyberpunk - der Adamsapfel als Videospiel?

Nach der Aberkennung des Platin-Awards der Gamestar sollten wir das Spiel eh nur noch als gescheitertes Nebenprodukt eines kleinen polnischen Start-Ups mit Größenwahn ansehen. Schade.

https://www.gamestar.de/artikel/cyberpunk-2077-abwertung,3365051.html

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Ihr seid echt voll die Nerds :rofl:

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Hat schon wer diese Cyberpunkt auf einer Xbox one bzw. PS 4 angespielt und ist da wirklich alles so platinawardaberkennend furchtbar?

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20 FPS sind halt echt nicht so geil für eine gescriptete Szene >.< oder stressige Szenen mit Feuergefechten und 19 FPS und weniger.

Also ich spiele es über Steam+Geforce Now auf meinem gurkenrechner der wahrscheinlich Cyberpunk aus Stolz nicht mal starten würde und bin damit sehr zufrieden (Einstellungen RTX + Ultra) aber butterweich.

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Hier, ich. Habe am Wochenende ca. 12-15 Stunden gespielt und hab gestern Nacht Akt 1 abgeschlossen.
PS 4 Slim. In der Zeit hatte ich 2 Abstürze und einen Fall, wo ein Quest NPC nicht ansprechbar war.

Ich finde es tatsächlich nicht so wild, es sieht seutlich schlechter aus als am PC und die Framerateeinbrüche sind nervig, aber es ist nicht ansatzweise so schlimm, wie teilweise getan wird.
Fallout 3 und New Vegas waren zu Release deutlich, deutlich schlimmer.

Kenne allerdings nur 1.04, da eine BluRays erst am Samstag gekommen sind.
Ein abschließendes Urteil bilde ich mir erst zum Schluss, aber für mich hat CDPR durechaus abgeliefert.

Definitives Top 5 2020 Potential.

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Ich schreib einfach mal hier rein, weil ich gerade nicht weiß, wohin sonst:

Ich hab das Spiel jetzt durch und bin enttäuscht.

Klar, da sind erstmal die tausend Bugs. Bei mir lief zwar alles ohne Ruckler und Game-Breaking Bugs (PC), aber dieses Spiel hätte 2020 nicht erscheinen dürfen. Punkt. Hier fehlt mindestens ein halbes Jahr Entwicklungsarbeit und mir tut wirklich jeder leid, der dieses Spiel auf PS4/XboxOne spielen wollte und jetzt 15 FPS in Shootouts hat. Das geht halt gar nicht. Und auch sonst lässt die Welt ganz schön Federn: Fußgänger-, Polizei-, Auto-AI - alles kaputt. Alles im frühen Beta-Stadium. Sie hätten das Spiel einfach vom September auf den April 2021 legen sollen, dann wäre das alles noch gefixt worden.

Aber das ist nicht der wirkliche Grund, warum ich enttäuscht bin. Ich finde Cyberpunk erschreckend oberflächlich. Das fängt mit der Welt an: Night City ist wunderschön, aber eigentlich nur eine Fassade. Hübsche Game-Architektur ohne Substanz. Night City offenbart sich am besten im Vorbeifahren. Da kann man die Gebäude bestaunen, atemlos durch die Badlands fahren oder durch Nebelschwaden im Industriegebiet cruisen. Aber eine Stadt ist nun mal mehr als seine Stadtteile und dementsprechend fangen die Probleme an, wenn man aus dem Auto steigt. Du kannst mit niemandem wirklich interagieren. Alle NPCs wirken wie seltsame Statisten, die fünf vor 12 da noch reingeklöppelt wurden. Es gibt Wurstbuden, an denen ich keine Wurst kaufen kann, Bars, an denen ich Getränke nur durch das Inventar-Menü bestellen kann und so gut wie keinen Fluff - fehlendes World-Building-Gedöns à la Spielhallen, in denen man auch eine Arcade-Maschine bedienen kann. Das hier ist eine Open World, die mich stark an die aus Mafia 1 erinnert - und das ist ein zwanzig Jahre altes Spiel.

Die große Oberflächlichkeit betrifft aber auch das fehlende Rollenspiel. Für meine Begriffe handelt es sich hier um ein cooles Action-Adventure. Die Story läuft gut durch wie der erste Morgenkaffee durch die Melitta-Filtertüte, aber lässt dann doch Substanz vermissen.

Die große Quest, mit der das Spiel beworben wurde („Stiehl den Roboter, egal wie. Und auf dem Weg dahin gibt es sechs Möglichkeiten das zu tun“) ist in ihrer Komplexität die einzige ihrer Art. Jede andere Mission spielt sich deutlich linearer - wirklich abgefahrene Lösungsansätze kann man nicht ausprobieren. Cyberpunk 2077 nimmt mich als Spieler immer wieder an der Hand, um mir die Geschichte zu erzählen, die es erzählen will, nicht die, die ich vielleicht jetzt hören will. Das funktioniert manchmal fantastisch. Ich bin zum Beispiel riesiger Fan der Nebenfigur Panam, für die ich inzwischen alles tun würde. Aber es erreicht einfach nicht die Tiefe, die ein The Witcher 3 noch erreicht hat.

Ich hab’s jetzt durchgespielt und weiß gerade gar nicht, ob ich jetzt noch mal einen zweiten Durchlauf bräuchte. Denn das „Rollenspiel“ in Cyberpunk steckt eigentlich nur im Kampfsystem. Und ob ich das Ganze jetzt noch mal nur mit Katana durchspielen will statt mit Hacking - i don’t know.

Auch unsere Hauptfigur V fand ich ausgesprochen nichtssagend und in seiner Erzählung bevormundend. Denn CD Projekt Red will die ganze Zeit, dass V ein Söldner bzw. Söldnerin ist, der/die es ganz nach oben schaffen will. Zu den Legenden von Night City gehören will. Nur fragt mich da als Spieler niemand. Ich will das gar nicht! Ich wil eine Feuchtigkeits-Farm mit Panam in den Badlands gründen! Ich will einen Konzern übernehmen! Ich will ein politisches Komplott anstoßen! Ich hab kein Bock, diese miese kleine Type zu sein, die jedem, der nicht bei drei auf dem Baum ist, ins Gesicht schießt. Hier hat man meiner Meinung nach die falschen Lehren aus The Witcher 3 gezogen. Dort spiele ich eine stark definierte Persönlichkeit - die vermeintlich immersivere Ego-Perspektive führt dazu, dass ich V so spielen will, wie ich es für richtig halte. Das Spiel tut aber so, als wäre mir vollkommen klar, dass V ein fest definierter Geralt-von-Riva-mäßiger Charakter ist.

Ich bin einfach neidisch auf ein entferntes Parallel-Universum. Ein Parallel-Universum, in dem die Mitarbeiter:innen von CD Projekt Red nicht geknechtet wurden, um dieses Spiel noch huschhusch fertig zu machen. Ein Universum, in dem die Geschäftsleitung Ende 2019 schon erkennt: Oh, das wird nix - und einen Release im Jahr 2021 anpeilt. Denn hätte man hier noch ein bisschen mehr Zeit in Quests und Welt investiert, dann wär das ein wirklich tolles Spiel. Ich hab meine 35 Stunden sehr gern damit verbracht, besonders die Nebenquests, die eher wie kleine Mini-Novellen sind, sind sehr toll. Aber all das wird zu keinem stimmigen Gesamtpaket geschnürt. Meine Hoffnung: Sie lernen draus - so wie das erste Assassin’s Creed auch große Grütze war, aber das Fundament für weitere Serienteile gelegt hat. Ich hoffe deshalb einfach mal auf die DLCs. Und die, liebes CD Projekt Red, macht ihr dann bitte umsonst. Das seid ihr nach diesem Desaster Millionen Spieler:innen auf Xbox und PS4 schuldig.

Wertung in Altis Spielebude: 85 (Aufwertung um einen Punkt wegen Panam) external-content.duckduckgo.com

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PS: Der @Christian.Schiffer und ich, wir werden uns wahrscheinlich heute streiten :slight_smile: https://www.instagram.com/p/CIz0K3rntAK/?utm_source=ig_web_copy_link

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Ich besitze CP2077 nicht… Aber ich glaube nach allem was ich so gesehen und gelesen habe, dass das auch mein Problem mit dem Spiel sein wird.
Simons Glaskugel Report vergibt 84. Ein Punkt Abwertung weil er Panam nicht kennt.

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Ja bitte! Und bitte öffentlich in einem Podcast! Die Diskrepanz zwischen euren Aussagen ist ja doch gewaltig:

Christian Schiffer:

Es ist die erste Open World in einem Computerspiel, bei der ich das Gefühl habe, dass hier wirklich Menschen wohnen.

Christian Alt:

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wir könnten eine Gladiatorenarena am Minecraft Server bauen, um diesem Event den würdigen Rahmen zu verschaffen

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Ich seh schon. Das wird heute Abend eine Strohmann-Wurst-kaufen-Strategie vom Schiffer. Aber nicht mit mir!

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also…
da muss ich mal Fragen, was die Interaktion mit allen NPCs angeht, was ist denn da die Erwartung? gibt es überhaupt ein Spiel, das diese Erwartungen erfüllt?
Und dass die openWorld nicht hochinteraktiv ist, wie in einem Kleinstteiligen Yakuza dürfte klar sein, denn der Fokus liegt nunmal woanders, das Spiel will auch kein Yakuza sein, in dem man sich mit Pachinko ablenkt, das geben auch seine Vorfahren, die Witcher-Spiele, nicht her.

Ich frage mich bei solchen Sätzen halt immer, ob da nicht das Spiel an etwas gemessen wird, was es weder sein will und erst recht (technisch) nicht sein kann und ob es dann nicht eine Frage ist, die sich der Rezipient selbst stellen sollte, nicht dem Spiel.

Ich merke gerade an deinen Aussagen, dass ich super glücklich bin, einfach NULL preview-Material gesehen oder gelesen zu haben, ich bin sehr unbefangen (aber hochgradig freudig) an das Spiel herangegangen, ganz ohne Erwartung etwas zu erleben wie irgendwo mal geschrieben wurde und aus deine Aussagen lese ich vor allem eine starke Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität heraus, die wohl genau darauf fusst.

Achja, und hast du rein die Hauptquest durchgeprügelt um heute fertig zu sein?
oder auch einfach mal in der Spielwelt Nebenquests erledigt? weil da ergibt sich direkt mehr Interaktivität.

(dass das Spiel stellenweise eher Beta ist, bestreite ich nicht, wobei das weniger Spielmechanik betrifft bei mir, eher technik wie Steuerungs-Konfiguration und das Inventar… boah das Inventar… das ist eher Pre-Alpha… es gab Momente, da wünschte ich mir das Vanilla-Skyrim-Inventar, als verbesserung… vor allem wenn man gerade 72 verschiedene gegenstände verkaufen will und jeden einzeln bestätigt, oder wenn man Munition herstellen muss, 40 pack … jedes einzeln, mit Wartezeit…)

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Hm,… bei DF Corso hat vorhin ein gewisser Christian S. (nee ist zu offensichtlich, nennen wir ihn C. Schiffer) Cyberpunk 2077 mehrfach als nichts weniger als ein „Weltwunder der digitalen Spielekunst“ bezeichnet…

Das ist glaube ich der Superlativ von „Citizen Kane der Videospiele“…

Während „ich kann keine Wurst kaufen“ vermutlich ähnlich dramatisch ist wie „Ich musste mir ein Boot kaufen!“

:thinking:

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Äh, wat? Die Wertung passt mal null zu deinem Text. Wirklich gar nicht.

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ich weiß. (20 Zeichen)

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Ob in einem Rückblick in einem jahr Christian S. mit zugekniffenen Schwanz dann winselnd vor Christian A. eingestehen muss, dass er Red Dead Redemption 2 nochmal geschehen ließ?

Spezialfolge - Bestes Spielebewertungs Superlativ.

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Bin noch recht am Anfang und kann noch nicht viel sagen. Aber bei den NPCs hätte ich mir natürlich auch mehr Interaktion gewünscht, aber wenn wir ehrlich sind bekommt man immer nur ein „Was glotzt du so“ oder ein „Morgen“ entgegengeschleudert, egal ob in den Gassen von Novigrat, den Balkonen von Night City oder den Häuserschluchten einer AC Reihe.
Selten kann ein NPC mehr als eine Phrase und doch hört man ab und zu mal Geflüster und getuschel am Bauernhof oder dem Ultra Giga Max Green Bull Getränke Automaten die dann doch etwas Leben verleiehn.
In einem Spiel jeder Größe würde ich mir gerne mehr Interaktion wünschen, aber wie soll man das als Entwickler machen. Ich denke das ist einfach nur schwer bis unmöglich Machbar sobald du eine Stadt und eine Landschaft in deinem Spiel hast.

Was das Rollenspiel an sich angeht kann ich noch nicht viel sagen. Muss auch noch etwas tiefer in das Spiel absteigen und den Skillbäume. Die ersten Skills sind wie @christian.alt sagt sehr Kampfbezogen und der Dialogeinfluss kam bis zu meinem Stand auch nur durch die Herkunft oder die Attribute, wobei bei dir beim Leveln sowas nicht unbedingt klar gemacht wird, welche Dialogoptionen einem mit dem Steigern eher zur Verfügung stehen. Bin jetzt Level 6 und hab noch keine Ahnung in welche Richtung ich mich spezialisieren will. Kommt vielleicht noch.

Bisher bin ich alles in allem Positiv. Nur nehmen leider gerade auch bei mir die Bugs zu die mich zum Neuladen zwingen (hängenbleiben im Scanner Modus), wenn sowas in der Hauptquest passiert (mir gestern 3x) reisst das einen schon raus, da man lustigerweise auch nicht direkt immer in der Situation speichern und neu laden kann.

ich weiss ja nicht, wie es in Deutschland ist, aber in Wien bekommt man von Random Passanten auch nicht von jedem immerwieder einen Originellen Spruch serviert, wenn man sich denen nähert :smiley:

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Ich sag ja, das ist halt auch nicht leistbar in meinem Augen, auch wenn das dem Stadtleben natürlich einiges beitragen würde. Denke das wird halt mit den Konversationen die man so hört kaschiert, an denen man aber nicht selbst teilnehmen kann.