Beste Cyberpunk 2077-Rezension

euch ist schon bewusst, dass ihr gerade polnische Löhne vergleicht?
Nicht Westdeutsche?

Und was bringt diese gesonderte Aufarbeitung letztlich? Mal erlich, bei CDPR hat die Führungsebene nach Verfehlungen beim Personalmanagement während der Entwicklung von Witcher 3 Besserung gelobt. Anscheinend haben sie sich nicht an diese gehalten, wodurch wiederum die eigenen Fehler in der Projektplanung mit dem Ansätzen utopischer Releasetermine die Belegschaft gebäutelt wurde. Zu all diesen Punkten gibt und gab es Berichterstattung und ein breites Medienecho. Und? Wo stehen wir jetzt? Es ist absolut keine Reaktion seitens der Käuferschaft zu spüren, Cyberpunk verkauft sich wie geschnitten Brot und an der Unternehmenskultur wird sich auch nichts ändern, warum sollte es auch? Alle Magazine geben Topwertungen und darauf schaut die Käuferschaft nunmal. Andererseits ließt nur ein Bruchteil derjenigen die das Spiel kaufen wollen auch die ausgegliederten Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen, diese Herangehensweise ist also gelinde gesagt gut aber auch relativ nutzlos für die tatsächlich Geschädigten.

Es muss dort ein Bewusstsein geschaffen werden wo es auch wirkmächtig sein kann und wenn Kaufentscheidungen über Zahlenwertungen eines Tests geschehen, dann ist das meiner Meinung nach auch der Punkt an dem abgewertet werden muss. Und nein, das hat nichts mit „Bestrafung Einzelner“ zu tun, denn es fördert letztlich langfristig das Klima der ganzen Industrie.

1 Like

Welches zufriedenstellendes Ergebnis soll da raus kommen? Das Spiel ist ja eigentlich total super aber weil die Arbeitsbedingungen kacke waren ist jetzt halt auch das Spiel kacke?

Soll der potentielle Käufer zum innehalten und kaufentscheidungsüberdenken angehalten werden?

Ist dann die Aussage: Kasteie dich! Du würdest ja gern aber du darfst halt nicht!?

Kunst ist Kunst und der Weg zur Kunst ist der Weg zur Kunst. Wenn man das vermischt geht das meist in die Hose.

Und geholfen ist damit doch auch keinem. Was bringt das denn dem CD Projekt Mitarbeiter wenn er erst monatelang buckeln musste und nun wird seine Arbeit auch noch wegen Gründe jenseits seines Beitrags zerrissen? Steht der dann auf und jauchzt fröhlich, weil jetzt gibts zwar keine Prämie und vllt sitzt er auf der Straße aber dafür hat die Gerechtigkeit gesiegt?

Das mag nun vllt zynisch klingen, aber so isses halt leider.

Allein über den kritischen Verbraucher wird sich in der Gamingbranche die nächsten tausend Jahre nix ändern. Dem Durchschnittsspieler außerhalb deiner Bubble ist es doch zehnmal scheissegal wie das Spiel produziert worden ist. Der hat auch schon harte Zeiten im Job gehabt. Who cares wenn da ein paar Typen bei CD Projekt auch mal ein bissl schwitzen müssen. Und nu ab nach Night City, Yay!!

Wenn sich da was ändern soll, dann muss das über die Arbeitnehmer bei den entsprechenden Firmen selber gehen, vllt. noch flankiert von staatl. Regularien. Wenn CD Projekt und Konsorten plötzlich Probleme haben, gute Leute zu finden, DANN setzt da ein wirkliches Umdenken ein.

Aber nicht weil der 3. Semester Soziologie Studend Torben-Malte auf Twittern seinen 13 Followern erklärt wie kacke das alles bei CD Projekt ist und man deshalb das Spiel nicht kaufen darf.

Das ist dann wieder nur paternalistische, gönnerhafte Scheiße.

4 Like

Könnte ich nicht besser ausdrücken! :slight_smile:

1 Like

An dem „wenn“ scheitert es doch schon, denn in der Realität spielen diese Wertungen überhaupt keine Rolle mehr. Keine der 8 Mio Vorbestellungen hing davon ab und die allermeisten der noch folgenden Käufe werden das auch nicht tun.

1 Like

Du hast es doch eigetnlich fast schon selber gesagt. Eine bewusstere Kaufentscheidung wäre die Folge. Und das hat nun wahrlich nichts mit Kastei zu tun, da ja jedem immer noch frei steht das Spiel zu kaufen. Dem potentiellen Käufer wird über die Wertung aber eben auch vermittelt das (zu Teilen) prikäre Arbeitsbedingungen vorherrschten und er diese damit mitkauft.

Naja aber auch der „Weg zur Kunst“ ist doch keine Legitimation für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingung oder täusche ich mich da? Mit einem halben Jahr mehr Zeit oder besserer Planung wäre Cyberpunk nicht mehr oder weniger Kunst gewesen…

Ich hab oben schon versucht es zu erklären. Natürlich ändert sich für die Entwickler jetzt erstmal nichts mehr, aber wenn langfristig in der Presse in den Wertungen Arbeitsbedingungen eine imanente Rolle spielen würden, dann ensteht ein Bewusstsein bei der Käuferschaft und das spürt dann auch die Industrie.

Natürlich kann über eine kritischen Verbraucher nicht alles Übel der Welt beseitigt werden, aber die Rolle die du ihm als komplett Mittelloser zusprichst ist fatal. So eine Einstellung schiebt alle Verantwortung vom Individuum zu staatlichen Akteuren und den Betroffenen selbst. Ich glaube du unterschätzt sehr stark wie viel dein Konsumverhalten soziale Sachverhalte verändert und prägt.

Das würde ich anzweifeln. Gerade dadurch, dass viele Menschen auch harte Zeiten hatten kann bei vielen ein Bewusstsein und Solidarität geschaffen werden und das muss zwangsläufig über Medien geschehen. Wenn man natrülich mit der Einstelung „Ist halt so“ an die Sach geht und als Kampfmittel intellektuellenfeindliche Vergleich heranzieht wirds schwierig.

1 Like

Ja genau, danke.
Genau sowas würde Torben-Malte posten.

2 Like

Ich hab ehrlich gesagt keinen Plan wo ich mit dem „Kampfmittel intellektuellenfeindliche Vergleich“ agiert haben soll, aber ok.

Ich finde es ja nice dass du mit vorwirfst dem Verbraucher zum komplett Mittellosen zu erklären aber du selbst davon überzeugt bist, dass der Verbraucher nur dann endlich in der Lage ist sich über Crunch ne Meinung zu bilden wenn es im Spieletest behandelt wird und ihm über die Wertung verdeutlicht werden muss, dass das nicht in Ordnung ist.

Ich glaube eben nicht dass der Verbraucher ein mittelloser depp ist, sondern eben dass es der Masse der Verbraucher einfach kackegal ist ob da grcrunsht wurde oder nicht.

Gut da sind wir einfach anderer Meinung. Letztlich bin ich einfach nur müde jedes Jahr die selben News aus großen Studios zu lesen und frage mich wann sich endlich mal was änder oder eben wie sich etwas ändern kann. Aber mit einem Selbstverständnis wie es z.B. die Gamestar von sich hat, wird sich da glaube ich wirklich wenig tun.

Kleine Korpusanalyse der deutschsprachigen Reviews:

Gamestar - spannend:
Spannend-GS

Golem - spannend:
Spannend-Golem

13 Like

Von John Walker:

Interessant. In meiner Blase ist es genau umgekehrt. Da ist es geradezu verpönt, Cyberpunk 2077 gut zu finden. Und CD Projekt ist verhasst, wie eigentlich keine andere Firma, nicht mal EA oder so.

2 Like

Ihr seid halt alles keine richtigen GAMER!!!

Ich offenbar schon. Spiele es seit gestern und fick die Henne ist das ein geiles Stück Software!

4 Like

Ist es so geil wie RDR2?

4 Like

Haha!

image

das ist spürbar irgendwann dieses jahr in „hippen kreisen“ umgekippt und CP2077 wurde zum fancy hassobjekt.

ich habe zwei verschiedene Umfelder und merke da sehr genau diese grenzen, die einen sind „einfach gamer“ und finden geile Games einfach geil
Die anderen so „artsyfartsy-Kultur-Hippster“ und da wurde es chic alles an CDPR doof zu finden, wirklich ALLES wird zerlegt und negativ ausgelegt…

(daher ja meine zynische Aussage im anderen thread)

2 Like

Ich stimme zu, glaube aber, dass es schon vorher gekippt ist.

Zeigt doch mal ein paar Beispiele die alles an CDPR doof finden, würde mich echt mal interessieren. Twitter etc kann man ja ganz gut verlinken…

Ja, es war schon zu Witcher3 Zeiten der Anfang, als es einfach IN wurde, Witcher 3 per Definition doof zu finden, weil „SO GUT kann nichts sein“.

Ich glaube das ist diese Vice-Szene, die einfach nichts nur gut sein lassen kann, sondern eben alles ein bisschen doof finden muss, alles ist maximal ironisch gut, und alles unter französischem Arthouse ist sowieso bald Trash.

ein Paradebeispiel dieser Art ist der Artikel zu the Mandalorian letztens, zur Cyberpunk haben viele in dem Umfeld genau das gleiche Verhältnis.

2 Like